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Kreuzfahrtschiff vor Bordeaux: Quarantäne nach Virus-Ausbruch teilweise aufgehoben

MIH83 (CC0), Pixabay

Nach mehreren Tagen der Unsicherheit gibt es auf einem Kreuzfahrtschiff vor Bordeaux teilweise Entwarnung. Französische Behörden lockerten die zuvor verhängte Quarantäne an Bord der „Ambition“, nachdem Untersuchungen ergeben hatten, dass ein gewöhnlicher viraler Magen-Darm-Infekt für die Erkrankungen verantwortlich war. Ein Zusammenhang mit dem gefährlichen Hantavirus, das zuletzt auf einem anderen Kreuzfahrtschiff für internationale Schlagzeilen sorgte, wurde ausdrücklich ausgeschlossen.

An Bord der „Ambition“ waren rund 50 Passagiere mit Symptomen wie Erbrechen und Durchfall erkrankt. Zusätzlich starb ein 92-jähriger Passagier während der Reise an einem Herzstillstand. Nach Angaben der Behörden stehe sein Tod jedoch nicht im Zusammenhang mit den Magen-Darm-Erkrankungen an Bord.

Die Situation hatte zunächst erhebliche Besorgnis ausgelöst. Erst kurz zuvor war es auf dem Kreuzfahrtschiff MS Hondius zu einem Hantavirus-Ausbruch gekommen, bei dem drei Menschen starben, darunter auch eine Deutsche. Die Sorge vor einer weiteren gefährlichen Infektionswelle auf einem Kreuzfahrtschiff sorgte daher international für Aufmerksamkeit.

Nach ersten Laboranalysen konnten die französischen Gesundheitsbehörden jedoch Entwarnung geben. Die Erkrankungen auf der „Ambition“ seien auf einen viralen Magen-Darm-Infekt zurückzuführen. Passagiere und Crewmitglieder ohne Symptome dürfen das Schiff inzwischen wieder verlassen. Erkrankte Personen sollen sich weiterhin isolieren.

Das Schiff der Reederei Ambassador Cruise Line befand sich mit mehr als 1.700 Menschen an Bord auf einer Reise von den Shetlandinseln Richtung Spanien. Die meisten Passagiere stammen nach Behördenangaben aus Großbritannien und Irland.

Die ersten Symptome traten bereits am Montag auf, als das Schiff vor Brest vor Anker lag. Ärzte und Spezialisten gingen daraufhin an Bord, um Proben zu entnehmen und die Lage zu bewerten.

Interessant ist dabei, dass laut ersten Untersuchungen offenbar auch Noroviren ausgeschlossen werden konnten. Gerade Noroviren gelten auf Kreuzfahrtschiffen als besonders gefürchtet, da sie sich in geschlossenen Gemeinschaftsbereichen extrem schnell verbreiten können.

Der Vorfall zeigt erneut, wie anfällig Kreuzfahrtschiffe für Infektionsausbrüche bleiben. Tausende Menschen verbringen dort über Tage oder Wochen Zeit auf engem Raum, teilen Restaurants, Pools und Gemeinschaftsflächen. Krankheiten können sich unter solchen Bedingungen besonders rasch ausbreiten.

Die Kreuzfahrtbranche versucht seit Jahren, Hygiene- und Sicherheitskonzepte zu verbessern. Spätestens seit der Corona-Pandemie stehen Gesundheitsrisiken auf Kreuzfahrtschiffen weltweit stärker im Fokus. Viele Reedereien setzen inzwischen auf strengere Reinigungsmaßnahmen, medizinische Überwachung und Notfallpläne.

Trotz der nun erfolgten Entwarnung dürfte der Vorfall für viele Reisende erneut die Frage aufwerfen, wie sicher Kreuzfahrten bei Krankheitsausbrüchen tatsächlich sind. Gerade ältere Passagiere oder Menschen mit Vorerkrankungen gelten bei Infektionen auf See als besonders gefährdet.

Für die meisten Passagiere der „Ambition“ scheint die Reise nun jedoch ohne größere gesundheitliche Folgen fortgesetzt werden zu können. Die Behörden beobachten die Situation dennoch weiter aufmerksam.

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