Wer vor einer Flugreise schnell online einchecken möchte, sollte derzeit besonders vorsichtig sein. Das Europäisches Verbraucherzentrum warnt vor einer zunehmenden Zahl dubioser Drittanbieter-Webseiten, die sich gezielt an bekannte Fluggesellschaften anhängen und Reisende mit versteckten Kosten sowie Abofallen locken.
Besonders perfide: Viele der Seiten wirken auf den ersten Blick seriös und vermitteln den Eindruck, es handle sich um offizielle Angebote der jeweiligen Airline oder des Flughafens.
Drittanbieter nutzen Unsicherheit vieler Reisender aus
Der Online-Check-in gehört inzwischen für Millionen Reisende zum Standard. Viele Fluggesellschaften verlangen sogar zusätzliche Gebühren, wenn Passagiere nicht vorab online einchecken.
Genau diesen Zeitdruck und die Unsicherheit vieler Kunden nutzen dubiose Anbieter gezielt aus. Sie bieten an, den Check-in gegen eine angeblich geringe Gebühr zu übernehmen, Sitzplätze zu reservieren oder Bordkarten bereitzustellen.
Doch laut dem Europäisches Verbraucherzentrum endet der scheinbar praktische Service für viele Betroffene teuer.
Versteckte Abos und unnötige Zusatzkosten
Nach Angaben der Verbraucherschützer berichten zahlreiche Reisende von versteckten Zusatzleistungen, automatisch abgeschlossenen Abonnements und überraschend hohen Abbuchungen.
In manchen Fällen sollen Nutzer lediglich wenige Euro für einen Check-in-Service zahlen – im Kleingedruckten verstecken sich jedoch laufende Monatsabos oder zusätzliche Gebühren.
Noch problematischer: Teilweise würden die versprochenen Leistungen überhaupt nicht erbracht. Betroffene erhalten dann entweder keine Bordkarte oder müssen den Check-in am Ende doch selbst durchführen.
Viele Nutzer landen über Suchmaschinen auf Fake-Seiten
Besonders häufig geraten Verbraucher über Suchmaschinen auf die Seiten der Drittanbieter. Wer beispielsweise nach Begriffen wie „Online-Check-in Airline XY“ sucht, klickt oft auf prominent platzierte Anzeigen oder Suchergebnisse, ohne die Internetadresse genau zu prüfen.
Die Seiten wirken dabei häufig täuschend echt:
- ähnliche Logos
- bekannte Airline-Namen
- professionelles Design
- irreführende Formulierungen
Dadurch entsteht schnell der Eindruck, man befinde sich direkt auf der offiziellen Website der Fluggesellschaft.
Verbraucherschützer raten: Immer direkt bei der Airline einchecken
Das Europäisches Verbraucherzentrum empfiehlt deshalb dringend, den Online-Check-in ausschließlich direkt über die offizielle Website oder die App der jeweiligen Fluggesellschaft vorzunehmen.
Das habe gleich mehrere Vorteile:
- keine versteckten Zusatzkosten
- kein Risiko für Abo-Fallen
- direkte Informationen zu Flugänderungen
- bessere Kontrolle über Buchungsdaten
- höhere Datensicherheit
Gerade bei Flugverspätungen, Gate-Änderungen oder kurzfristigen Umbuchungen könne es problematisch werden, wenn Drittanbieter zwischen Airline und Kunde geschaltet sind.
Auch Fast-Track-Angebote betroffen
Nach Angaben der Verbraucherschützer beschränkt sich die Masche nicht nur auf den Online-Check-in. Ähnliche Probleme treten inzwischen auch bei sogenannten „Fast Tracks“ auf – also kostenpflichtigen Zeitfenstern für schnellere Sicherheitskontrollen an Flughäfen.
Auch hier stoßen Reisende häufig auf Drittanbieter-Webseiten, die wie offizielle Flughafenangebote wirken. Im Hintergrund würden jedoch ebenfalls kostenpflichtige Zusatzabos oder unnötige Servicegebühren verkauft.
Experten warnen vor steigender Professionalität der Anbieter
Die Warnungen zeigen erneut, wie professionell viele Online-Abzocker mittlerweile auftreten. Moderne Webseiten, Suchmaschinenwerbung und geschicktes Marketing machen es selbst erfahrenen Internetnutzern zunehmend schwer, seriöse von unseriösen Angeboten zu unterscheiden.
Besonders im Reisebereich setzen Betrüger gezielt auf Stresssituationen, Zeitdruck und die Angst vieler Reisender, wichtige Fristen zu verpassen.
So können sich Reisende schützen
Verbraucherschützer empfehlen deshalb einige einfache Vorsichtsmaßnahmen:
- immer die Internetadresse genau prüfen
- möglichst die offizielle Airline-App nutzen
- keine Angebote über Werbeanzeigen ungeprüft anklicken
- das Kleingedruckte lesen
- auf versteckte Abo-Hinweise achten
- Kreditkartenabrechnungen kontrollieren
Wer bereits Opfer einer solchen Abofalle geworden ist, sollte unberechtigte Abbuchungen möglichst schnell reklamieren und gegebenenfalls Verbraucherzentralen oder Zahlungsdienstleister einschalten.
Die aktuelle Entwicklung zeigt: Selbst scheinbar harmlose Dienstleistungen wie ein Online-Check-in können inzwischen zur Kostenfalle werden, wenn Reisende nicht genau hinschauen.