Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht 2024/2025 ein gemischtes Bild. Der Fonds erfüllt sein Profil als global ausgerichteter, defensiver Dividendenfonds mit Nachhaltigkeitsfiltern, liefert aber nur eine schwache absolute Rendite und bleibt hinter breiten Aktienmärkten deutlich zurück. Positiv ist, dass sich der Fonds in einem schwierigen Umfeld für nachhaltige Dividendenwerte immerhin leicht im Plus halten konnte. Kritisch sind jedoch die deutlichen Mittelabflüsse, der spürbare Einfluss negativer Währungseffekte und die insgesamt nur mäßige Wertschöpfung nach Kosten.
Der Fonds investiert weltweit in nachhaltige Dividendenaktien und verfolgt einen eher konservativen, langfristigen Stil. Das Portfolio war zum Stichtag zu rund 94,3 % in Aktien investiert, die Liquiditätsquote lag bei 5,1 %. Regional dominieren die USA mit 41,8 %, gefolgt von Großbritannien mit knapp 13 %. Sektorseitig ist der Schwerpunkt auf defensiven Geschäftsmodellen klar erkennbar, insbesondere bei Basiskonsumgütern. Für einkommensorientierte Anleger ist das grundsätzlich attraktiv, weil solche Titel in schwächeren Marktphasen oft robuster sind als zyklische Wachstumswerte.
Die Wertentwicklung war allerdings nur begrenzt überzeugend. Die Anteilklasse R erzielte im Berichtszeitraum +1,75 %, die I-Klasse +2,34 %. Damit lag der Fonds zwar über der Entwicklung globaler nachhaltiger Aktienindizes, aber klar unter dem MSCI World mit +6,47 %. Auch der globale High-Dividend-Index entwickelte sich mit +1,73 % nur schwach, was zeigt, dass Dividendenstrategien im Berichtsjahr generell keinen Rückenwind hatten. Trotzdem bleibt aus Investorensicht festzuhalten: Wer globale Aktienmarktrendite erwartet, bekam sie hier nicht.
Ein wesentlicher Belastungsfaktor war die Währung. Wegen des hohen US-Anteils wirkte der schwächere US-Dollar gegenüber dem Euro negativ auf die Performance. Das ist wichtig, weil der Bericht offen zeigt, dass die starke US-Gewichtung nicht abgesichert wurde und Anleger somit ein zusätzliches Währungsrisiko tragen. In guten Jahren kann das helfen, im Berichtsjahr war es ein klarer Nachteil.
Auffällig ist die Diskrepanz zwischen realisierten und nicht realisierten Ergebnissen. Der Fonds erzielte auf Gesamtfondsebene ein stark positives realisiertes Ergebnis von rund 1,77 Mio. Euro, vor allem durch Gewinne aus Verkäufen ausländischer Aktien. Gleichzeitig wurde dies durch hohe nicht realisierte Wertverluste von rund 2,03 Mio. Euro überkompensiert. Das spricht dafür, dass das Management zwar Gewinne mitnehmen konnte, ein erheblicher Teil des verbliebenen Portfolios zum Stichtag aber unter Bewertungsdruck stand. Für Anleger ist das ein Warnsignal: Die ausgewählten Titel waren bilanziell noch nicht stark genug, um den positiven Effekt der realisierten Gewinne zu tragen.
Sehr relevant ist außerdem die Entwicklung des Fondsvolumens. Das Fondsvermögen sank von 26,63 Mio. Euro auf 17,28 Mio. Euro. Der Rückgang ist nicht primär durch schlechte Marktperformance entstanden, sondern vor allem durch massive Nettomittelabflüsse von rund 9,25 Mio. Euro. Das ist aus Anlegersicht ein Schwachpunkt. Hohe Abflüsse können den Handlungsspielraum des Managements einschränken, Opportunitätskosten erzeugen und auf nachlassendes Vertrauen der Investoren hinweisen. Noch ist die Fondsgröße nicht kritisch klein, aber der Trend ist negativ.
Bei den Kosten ergibt sich ein zweigeteiltes Bild. Die Gesamtkostenquote liegt bei 1,68 % für die R-Klasse und 1,06 % für die I-Klasse. Für einen aktiv gemanagten globalen Dividendenfonds ist das nicht außergewöhnlich hoch, aber in Relation zur erzielten Nettorendite wirkt es spürbar. Besonders für Privatanleger in der R-Klasse ist das problematisch: Wenn der Fonds vor Kosten nur begrenzt Mehrwert liefert, zehren Gebühren einen großen Teil des Ertrags auf. Die I-Klasse ist aus Kostensicht deutlich attraktiver.
Positiv hervorzuheben ist die Portfoliostruktur. Das Depot ist breit über Länder und Einzeltitel gestreut, ohne Klumpenrisiken in einzelnen Positionen. Die größten Einzeltitel liegen meist um 1–2,5 % des Fondsvermögens. Zudem verzichtet der Fonds vollständig auf Derivate, was ihn transparenter und einfacher nachvollziehbar macht. Für konservative Anleger ist das ein Pluspunkt.
Auch die Ausschüttungspolitik dürfte für einkommensorientierte Investoren interessant sein. Die Endausschüttung betrug 2,70 Euro je Anteil in der R-Klasse und 3,30 Euro je Anteil in der I-Klasse. Der ordentliche Nettoertrag war positiv, was zeigt, dass die Dividendenstrategie operativ funktioniert. Allerdings sollte man diese Ausschüttungen nicht mit einer hohen Gesamtrendite verwechseln. Wenn Kursgewinne ausbleiben oder Bewertungsverluste auftreten, kompensiert eine Ausschüttung allein das nur begrenzt.
Besonders aufmerksam sollten Anleger auf den Namenswechsel schauen. Der Zusatz „Klima“ wurde im Mai 2025 aus dem Fondsnamen gestrichen, weil die ESMA-Vorgaben für nachhaltigkeitsbezogene Begriffe im Fondsnamen nicht entsprechend umgesetzt werden sollten. Der Bericht betont zwar, dass die Strategie inhaltlich unverändert geblieben sei, doch aus Investorensicht ist das reputationsseitig nicht ideal. Es deutet darauf hin, dass der Fonds zwar ESG-Merkmale nach Artikel 8 bewirbt, aber bewusst nicht den strengeren Eindruck eines expliziten „Klima“-Produkts aufrechterhalten wollte. Das ist kein Ausschlusskriterium, aber es relativiert die Nachhaltigkeitspositionierung.
Fazit aus Anlegersicht:
Der Fonds ist kein schlechter Fonds, aber derzeit auch kein besonders überzeugender. Er bietet eine defensive globale Dividendenstrategie mit ESG-Filtern, breiter Streuung und nachvollziehbarem Risikoprofil. Das kann für Anleger attraktiv sein, die laufende Ausschüttungen, Qualitätsunternehmen und geringere Schwankungsanfälligkeit suchen. Gegen den Fonds sprechen jedoch die schwache relative Performance, der starke Kapitalabfluss, die Abhängigkeit vom US-Dollar und die begrenzte Outperformance nach Kosten.
Einordnung:
Für vorsichtige, einkommensorientierte Anleger kann der Fonds als Beimischung funktionieren. Für renditeorientierte Anleger, die eine klare Überrendite gegenüber globalen Aktien oder Dividendenindizes erwarten, liefert der Bericht aktuell zu wenig Argumente. Besonders attraktiv erscheint eher die günstigere I-Klasse; die R-Klasse wirkt nach Kosten deutlich weniger effizient.