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Aktiv Strategie II 2024/2025: Solider Multi-Asset-Fonds mit ordentlicher Rendite, aber spürbarer Kosten- und Aktienmarktabhängigkeit
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Aktiv Strategie II 2024/2025: Solider Multi-Asset-Fonds mit ordentlicher Rendite, aber spürbarer Kosten- und Aktienmarktabhängigkeit

geralt (CC0), Pixabay

Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht des Aktiv Strategie II ein insgesamt solides, aber nicht herausragendes Bild. Der Fonds verfolgt einen klassischen vermögensverwaltenden Multi-Asset-Ansatz mit einer strategischen Ausrichtung von etwa 60 % Aktien und 40 % Anleihen, ergänzt um taktische Steuerung über Futures und einen kleinen Total-Return-Baustein. Für Anleger bedeutet das: Der Fonds will Chancen der Aktienmärkte nutzen, ohne auf einen reinen Aktienfonds hinauszulaufen.

Positiv fällt zunächst die Wertentwicklung auf. Im Berichtszeitraum vom 01.12.2024 bis 30.11.2025 stieg der Anteilwert um 4,82 % auf 154,01 Euro. Das ist für einen Mischfonds mit nennenswertem Rentenanteil ein ordentliches Ergebnis. Noch wichtiger: Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt eine gewisse Stabilisierung nach dem schwachen Marktumfeld 2022/2023. Der Anteilwert lag Ende 2022/2023 bei 128,78 Euro, stieg 2023/2024 auf 146,93 Euro und erreichte nun 154,01 Euro. Das spricht für eine gewisse Erholungskraft des Fonds, auch wenn die Rendite nicht spektakulär ist.

Die Portfoliostruktur wirkt breit diversifiziert. Zum Stichtag waren 97,84 % des Fondsvermögens in Investmentanteilen investiert. Innerhalb des Aktiensegments ist der Fonds regional breit aufgestellt: Europa, USA, Japan, Emerging Markets, Schweiz, Kanada und Großbritannien sind vertreten. Auf der Rentenseite dominieren europäische Staats- und Unternehmensanleihen guter Bonität. Das reduziert Einzeltitelrisiken erheblich. Für sicherheitsorientierte Anleger ist das ein Pluspunkt.

Gleichzeitig ist der Fonds klar aktiennah positioniert. Die Aktienquote bewegte sich im Berichtszeitraum zwischen 56 % und 66 % und lag zum Ende bei 64 %. Das heißt: Trotz Mischfondscharakter hängt die Entwicklung stark vom Aktienmarkt ab. In schwächeren Börsenphasen dürfte der Fonds deshalb spürbar nachgeben, auch wenn Absicherungen über Futures zeitweise genutzt werden. Wer einen defensiven Kapitalerhaltungsfonds sucht, ist hier eher nicht richtig. Wer dagegen eine ausgewogene, aber chancenorientierte Vermögensverwaltung sucht, findet hier ein passendes Profil.

Die Risikoseite erscheint insgesamt kontrolliert, aber nicht niedrig. Das Zinsänderungsrisiko wird vom Management selbst als mittel eingeschätzt. Die durchschnittliche Restlaufzeit der in den Zielfonds enthaltenen Anleihen liegt bei rund 5,5 Jahren. Das ist nicht extrem lang, aber auch nicht kurz. Sollte das Zinsniveau wieder steigen, könnte das auf den Anleiheteil drücken. Das Bonitätsrisiko wirkt dagegen überschaubar, weil überwiegend in Investment-Grade-Anleihen investiert wird. Auch das Währungsrisiko ist vorhanden, aber nicht dominant: Rund 76 % des Fonds waren zum Stichtag eurobezogen, etwa 14 % in US-Dollar und kleinere Anteile in Pfund. Für Euro-Anleger bleibt also ein gewisses Fremdwährungsrisiko bestehen.

Ein kritischer Punkt aus Anlegersicht sind die Kosten. Die ausgewiesene Gesamtkostenquote von 1,37 % ist für einen Fonds, der stark über ETFs und Zielfonds investiert, eher hoch. Das schmälert die Nettorendite. Gerade weil der Fonds viele Bausteine nutzt, stellt sich die berechtigte Anlegerfrage, ob die aktive Steuerung den Kostennachteil langfristig ausreichend kompensiert. Die Rendite von 4,82 % ist ordentlich, aber nach Kosten nicht überragend. Für kostenbewusste Anleger ist das der zentrale Schwachpunkt des Fonds.

Auch die Mittelbewegungen sollte man beachten. Im Geschäftsjahr gab es netto einen Mittelabfluss von rund 2,77 Mio. Euro. Das Fondsvermögen sank daher trotz positiver Performance von 52,29 Mio. Euro auf 51,39 Mio. Euro. Das ist noch kein Alarmzeichen, aber ein Hinweis darauf, dass Anlegergelder per saldo abgezogen wurden. Solche Abflüsse sind bei Fonds immer zu beobachten, weil sie bei längerer Fortsetzung den Handlungsspielraum beeinflussen können.

Positiv zu werten ist die Qualität der Berichterstattung und Prüfung. Der Jahresbericht wurde von BDO geprüft; der Bestätigungsvermerk fiel uneingeschränkt aus. Zudem gab es laut Bericht keine besonderen operationellen Vorkommnisse. Das stärkt das Vertrauen in die formale Ordnungsmäßigkeit des Fonds.

Unterm Strich ist der Aktiv Strategie II aus Anlegersicht ein solider, breit gestreuter Mischfonds mit moderatem Chancen-Risiko-Profil, der 2024/2025 eine vernünftige Rendite erzielt hat. Seine Stärken liegen in der Diversifikation, der flexiblen Steuerung der Aktienquote und der insgesamt kontrollierten Risikostruktur. Die Schwächen liegen vor allem in der vergleichsweise hohen Kostenquote und der deutlichen Abhängigkeit von der Aktienmarktentwicklung. Für Anleger, die eine bequeme, aktiv gesteuerte Vermögensverwaltung suchen und dafür höhere Kosten akzeptieren, kann der Fonds geeignet sein. Für sehr kostenbewusste Anleger oder für Investoren mit klar defensivem Fokus wirkt er dagegen weniger attraktiv.

Fazit für Anleger:
Der Fonds macht einen geordneten und vernünftig gemanagten Eindruck, ist aber kein Selbstläufer. Er eignet sich eher für Anleger mit mittlerem Risikoappetit und mehrjährigem Anlagehorizont, die eine gemischte Lösung aus Aktien und Anleihen suchen. Entscheidend bleibt künftig, ob das Management nach Kosten einen erkennbaren Mehrwert gegenüber günstigeren Misch- oder ETF-Lösungen liefern kann.

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