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Trumps Medikamenten-Versprechen im Faktencheck: Warum US-Preise weiter über deutschem Niveau liegen

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay

US-Präsident Donald Trump hat erneut mit großen Versprechen für Aufmerksamkeit gesorgt. Seine Regierung wirbt mit der Plattform „TrumpRx“ und behauptet, Amerikaner hätten künftig Zugang zu den niedrigsten Medikamentenpreisen der entwickelten Welt. Doch eine gemeinsame Recherche von NDR, WDR, Süddeutsche Zeitung und The New York Times zeichnet ein deutlich anderes Bild.

Die Auswertung zeigt: Alle untersuchten Vergleichsmedikamente sind in Deutschland günstiger.

Große Versprechen – ernüchternde Realität

Die US-Regierung hatte im Februar die Website „TrumpRx“ gestartet. Ziel: niedrigere Preise durch staatlichen Druck auf die Pharmaindustrie und bessere Einkaufskonditionen für Bürger.

Die Analyse der Journalisten konzentrierte sich auf 43 gelistete Wirkstoffe. Für 26 davon existieren direkt vergleichbare Präparate in Deutschland. Das Ergebnis ist eindeutig: In sämtlichen Fällen liegen die Preise hierzulande unter denen in den USA.

Das widerspricht direkt Trumps zentraler Aussage, man habe „die niedrigsten Preise“ ausgehandelt.

Warum Medikamente in den USA teurer bleiben

Die Gründe für die Preisunterschiede sind strukturell:

  • In Deutschland verhandeln Krankenkassen zentral mit Pharmaunternehmen

  • Preise werden staatlich reguliert und überprüft

  • Medikamente sind oft Teil eines solidarischen Systems

In den USA hingegen:

  • gibt es keinen einheitlichen Preis

  • Versicherungen und Anbieter verhandeln individuell

  • Patienten zahlen oft hohe Eigenanteile

Selbst neue Programme wie „TrumpRx“ ändern diese grundlegenden Mechanismen nur begrenzt.

Zwei Systeme – zwei Realitäten

Besonders deutlich wird der Unterschied bei gängigen Medikamenten. Während diese in Deutschland häufig vollständig oder größtenteils von den Krankenkassen übernommen werden, müssen US-Patienten oft tief in die eigene Tasche greifen.

Nur wenige Ausnahmen bilden spezielle Präparate wie bestimmte Abnehmspritzen, die auch in Deutschland privat bezahlt werden müssen. Doch selbst dort bleibt der Preisvergleich oft zugunsten Deutschlands.

Politik versus Praxis

Die Diskrepanz zwischen politischer Kommunikation und tatsächlichen Preisen ist erheblich. Trumps Aussagen zielen klar auf innenpolitische Wirkung – insbesondere angesichts der hohen Sensibilität des Themas Gesundheit in den USA.

Die Realität zeigt jedoch, dass selbst mit neuen Plattformen und Initiativen das Preisniveau in den USA weiterhin über dem europäischer Länder liegt.

Fazit

Die Recherche macht deutlich: Die USA bleiben trotz politischer Maßnahmen ein Hochpreisland für Medikamente. Trumps Versprechen eines „besten Deals“ hält dem internationalen Vergleich nicht stand.

Für Patienten bedeutet das: Entlastungen sind möglich, aber von einem grundlegenden Systemwechsel ist das amerikanische Gesundheitssystem weiterhin weit entfernt.

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