Beim US-Technologiekonzern Meta Platforms, dem Mutterunternehmen von Facebook, Instagram und WhatsApp, könnte eine neue Welle von Stellenstreichungen bevorstehen. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters prüft der Konzern einen massiven Personalabbau, der bis zu 20 Prozent oder mehr der Belegschaft betreffen könnte.
Die Informationen stammen laut Reuters von drei mit den internen Überlegungen vertrauten Personen. Offiziell bestätigt sind die Pläne bislang jedoch nicht.
Kostspielige KI-Investitionen als Hintergrund
Dem Bericht zufolge könnte der geplante Stellenabbau vor allem mit den enormen Investitionen des Unternehmens in künstliche Intelligenz zusammenhängen. Meta investiert derzeit Milliarden in neue Rechenzentren, leistungsstarke Chips sowie in die Entwicklung eigener KI-Modelle.
Insider zufolge verfolgt der Konzern damit zwei Ziele: Zum einen sollen die hohen Infrastrukturkosten kompensiert werden. Zum anderen bereite sich das Unternehmen darauf vor, künftig stärker auf KI-gestützte Arbeitsprozesse zu setzen, wodurch weniger Mitarbeiter benötigt werden könnten.
Führungskräfte sollen laut Reuters bereits hochrangige Manager über mögliche Maßnahmen informiert und sie angewiesen haben, erste Planungen für einen möglichen Stellenabbau zu beginnen. Ein konkreter Zeitpunkt oder ein endgültiger Umfang der Einschnitte sei jedoch noch nicht festgelegt.
Meta weist Bericht zurück
Ein Unternehmenssprecher wies den Bericht auf Anfrage zurück. Andy Stone, Sprecher von Meta, erklärte, es handle sich um „spekulative Berichterstattung über theoretische Ansätze“. Offiziell bestätigte Pläne für einen Stellenabbau in dieser Größenordnung gebe es derzeit nicht.
Dennoch zeigt der Bericht, dass intern offenbar über weitere Effizienzmaßnahmen nachgedacht wird – ein Thema, das den Konzern bereits seit mehreren Jahren begleitet.
Bereits mehrere Entlassungswellen
Meta hatte in der Vergangenheit bereits umfangreiche Stellenstreichungen vorgenommen. Ende 2022 kündigte das Unternehmen an, rund 11.000 Mitarbeiter zu entlassen, was damals etwa 13 Prozent der Belegschaft entsprach.
Nur wenige Monate später folgte eine weitere Entlassungsrunde: Anfang 2023 wurden weitere 10.000 Stellen gestrichen, begleitet von einer umfassenden Umstrukturierung des Konzerns.
Diese Maßnahmen wurden damals von Unternehmenschef Mark Zuckerberg als Teil eines sogenannten „Jahres der Effizienz“ bezeichnet. Ziel sei es gewesen, die Kostenstruktur des Unternehmens zu senken und gleichzeitig stärker in Zukunftstechnologien zu investieren.
Rund 79.000 Mitarbeiter weltweit
Nach dem jüngsten Geschäftsbericht beschäftigte Meta zum Jahresende rund 79.000 Mitarbeiter weltweit. Sollte tatsächlich ein Stellenabbau von 20 Prozent umgesetzt werden, würde dies potenziell mehr als 15.000 Arbeitsplätze betreffen und damit die größte Entlassungsrunde in der Unternehmensgeschichte darstellen.
KI verändert die Tech-Branche
Die Diskussion über mögliche Jobkürzungen bei Meta steht stellvertretend für einen größeren Trend in der Technologiebranche. Viele große Tech-Konzerne investieren derzeit massiv in künstliche Intelligenz und automatisierte Systeme.
Experten gehen davon aus, dass KI langfristig zahlreiche Aufgaben übernehmen könnte, die bisher von Menschen erledigt wurden – insbesondere in Bereichen wie Softwareentwicklung, Datenanalyse, Kundenservice oder Marketing.