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Tamino Windpark GmbH: Hohe Verschuldung bei minimalem Eigenkapital

geralt (CC0), Pixabay

Der veröffentlichte Jahresabschluss der Tamino Windpark GmbH für das Rumpfgeschäftsjahr zeigt eine Gesellschaft mit sehr hoher Fremdfinanzierung und äußerst geringer Eigenkapitalbasis. Obwohl sich die Bilanzsumme leicht erhöht hat, bleibt die Kapitalstruktur stark von Verbindlichkeiten geprägt.

Bilanzsumme leicht gestiegen

Zum Ende des Geschäftsjahres weist das Unternehmen eine Bilanzsumme von rund 3,53 Millionen Euro aus. Im vorherigen Abschluss lag sie bei etwa 3,19 Millionen Euro. Damit ist das Gesamtvermögen der Gesellschaft moderat gewachsen.

Auffällig ist, dass die Bilanz ausschließlich aus Umlaufvermögen besteht. Anlagevermögen wird nicht ausgewiesen. Das Umlaufvermögen beläuft sich insgesamt auf 3,52 Millionen Euro.

Der größte Anteil entfällt auf Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände. Diese liegen bei rund 2,96 Millionen Euro und sind damit deutlich höher als im Vorjahr mit etwa 2,50 Millionen Euro.

Die liquiden Mittel hingegen sind zurückgegangen. Die Guthaben bei Kreditinstituten betragen noch rund 567.000 Euro, nachdem sie zuvor bei etwa 679.000 Euro lagen.

Eigenkapital extrem gering

Ein besonders auffälliger Punkt ist die sehr geringe Eigenkapitalbasis. Das Eigenkapital beträgt lediglich 12.896 Euro. Es hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert.

Das gezeichnete Stammkapital der Gesellschaft beträgt zwar 25.000 Euro, allerdings ist nur die Hälfte davon tatsächlich eingezahlt. Die restlichen 12.500 Euro sind bislang nicht eingefordert.

Zusätzlich besteht ein Gewinnvortrag von rund 397 Euro. Für das Geschäftsjahr selbst wurde weder ein Gewinn noch ein Verlust ausgewiesen.

Rückstellungen deutlich reduziert

Die Rückstellungen der Gesellschaft haben sich deutlich reduziert. Sie liegen nun bei 35.025 Euro, nachdem im Vorjahr noch 96.000 Euro bilanziert wurden.

Rückstellungen dienen dazu, mögliche zukünftige Verpflichtungen oder Risiken abzudecken.

Verbindlichkeiten dominieren die Bilanz

Den mit Abstand größten Anteil auf der Passivseite bilden die Verbindlichkeiten. Sie betragen 3,48 Millionen Euro und haben sich damit gegenüber dem Vorjahr mit 3,08 Millionen Euro weiter erhöht.

Ein Teil dieser Schulden besteht gegenüber Gesellschaftern. Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern liegen bei etwa 937.000 Euro.

Auch Forderungen gegenüber Gesellschaftern spielen eine Rolle. Diese betragen rund 861.000 Euro.

Laufzeitenstruktur der Schulden

Die Verbindlichkeiten verteilen sich auf unterschiedliche Laufzeiten. Rund 1,64 Millionen Euro haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Etwa 1,84 Millionen Euro haben eine Laufzeit von mehr als einem Jahr.

Damit ist ein großer Teil der Schulden langfristig finanziert.

Ergebnisabführung an die Muttergesellschaft

Die Gesellschaft ist Teil einer größeren Unternehmensstruktur. Sie hat einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der Muttergesellschaft EnerVest AG abgeschlossen.

Im Rahmen dieser Vereinbarung erhielt die Muttergesellschaft im Berichtsjahr einen Jahresüberschuss von 8.797,75 Euro.

Besonderheit: Rumpfgeschäftsjahr

Das betrachtete Geschäftsjahr ist kein reguläres Kalenderjahr. Aufgrund einer Änderung des Geschäftsjahres umfasst der Abschluss lediglich den Zeitraum vom 26. Dezember 2023 bis zum 30. November 2024. Es handelt sich daher um ein sogenanntes Rumpfgeschäftsjahr, wodurch Vergleiche mit dem Vorjahr nur eingeschränkt möglich sind.

Keine eigenen Mitarbeiter

Wie bei vielen Projekt- und Beteiligungsgesellschaften im Bereich erneuerbare Energien beschäftigt auch dieses Unternehmen keine eigenen Mitarbeiter. Die operativen Aufgaben werden über externe Dienstleister organisiert.

Einordnung aus Anlegersicht

Der Jahresabschluss zeigt eine Gesellschaft mit sehr geringer Eigenkapitalbasis und einer stark fremdfinanzierten Struktur. Die Verbindlichkeiten dominieren die Bilanz deutlich, während das Eigenkapital nur einen minimalen Anteil ausmacht.

Zudem bestehen umfangreiche Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern, was auf enge finanzielle Verflechtungen innerhalb der Unternehmensgruppe hinweist.

Für Beobachter und Anleger bedeutet dies, dass die wirtschaftliche Stabilität der Gesellschaft stark von der Unterstützung innerhalb der Konzernstruktur sowie von der Entwicklung der verbundenen Windparkprojekte abhängt.

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