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FinanzOnline-Betrug: 70-Jähriger verliert fast 100.000 Euro durch perfide Masche

geralt (CC0), Pixabay

Ein 70-jähriger Mann aus Leoben ist Opfer einer ausgeklügelten Betrugsmasche geworden. Innerhalb weniger Tage entstand ihm ein finanzieller Schaden von knapp 100.000 Euro. Die Täter gaben sich zunächst als Vertreter von FinanzOnline aus – später sogar als Bankmitarbeiter.

Gefälschte E-Mail mit täuschend echter Website

Alles begann mit einer E-Mail, in der behauptet wurde, das FinanzOnline-Konto des Mannes würde ablaufen. Über einen enthaltenen Link gelangte er auf eine professionell gestaltete, aber gefälschte Website. Dort wurde er aufgefordert, persönliche Daten sowie seine Kontoinformationen einzugeben.

Wenige Tage später folgte der nächste Schritt der Betrugsstrategie: Ein angeblicher Bankangestellter rief an und warnte vor unberechtigten Zugriffen auf das Konto. Der Anrufer behauptete, die verdächtigen Transaktionen stornieren zu wollen.

Spoofing: Wenn die falsche Nummer echt aussieht

Besonders perfide: Am Display des 70-Jährigen erschien tatsächlich die offizielle Telefonnummer seiner Bank. Dabei handelte es sich jedoch um sogenanntes „Spoofing“. Bei dieser Technik wird eine fremde Telefonnummer manipulativ angezeigt, um Vertrauen zu erwecken. Für das Opfer wirkt der Anruf somit legitim.

Überweisungslimit unbemerkt erhöht

Während eines mehr als eineinhalbstündigen Telefonats gelang es den Betrügern, den Mann dazu zu bringen, in der Banking-App eine Push-Freigabe zu erteilen. Was er nicht wusste: Damit wurde sein Überweisungslimit erhöht.

Kurz darauf tätigten die Täter zwei Überweisungen auf unterschiedliche Konten. Insgesamt wurden knapp 100.000 Euro vom Konto des Pensionisten abgebucht.

Ehefrau reagierte – doch zu spät

Während des laufenden Telefonats nahm die Ehefrau Kontakt zur tatsächlichen Bankbetreuerin auf. Diese forderte sofort, sämtliche Transaktionen zu stoppen. Das Konto wurde umgehend gesperrt – doch die Überweisungen waren bereits durchgeführt.

Der Mann erstattete Anzeige. Der Kriminaldienst des Bezirks- und Stadtpolizeikommandos Leoben ermittelt nun gegen unbekannte Täter.

Polizei warnt vor ähnlichen Betrugsmaschen

Die Polizei weist erneut auf die Gefahren von Phishing-Mails und SMS hin. Besonders wichtig:

  • Offizielle Stellen wie das Finanzministerium versenden keine Links zur Eingabe persönlicher Daten.

  • Links in E-Mails oder SMS sollten nicht angeklickt werden.

  • Keine sensiblen Daten über unbekannte Websites eingeben.

  • Bei angeblichen Bankanrufen immer selbstständig die offizielle Nummer wählen und rückfragen.

Der Fall zeigt, wie professionell und psychologisch geschickt Betrüger mittlerweile vorgehen. Selbst routinierte Onlinebanking-Nutzer können Opfer werden – insbesondere wenn Zeitdruck oder vermeintliche Dringlichkeit aufgebaut wird.

Experten raten, bei digitalen Finanzangelegenheiten grundsätzlich misstrauisch zu bleiben und im Zweifel direkte Rücksprache mit der eigenen Bank oder Behörde zu halten.

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