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Jahresabschluss 2024 im Fokus: Wie steht die Windpark Börde-Bodetal GmbH & Co. Betriebs-KG da?

geralt (CC0), Pixabay

Die Windpark Börde-Bodetal GmbH & Co. Betriebs-KG mit Sitz in Ausleben hat ihren Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2024 veröffentlicht. Wir haben die Zahlen aus Anlegersicht analysiert – kritisch, aber fair.

Deutlich gewachsene Bilanzsumme

Die Bilanzsumme steigt von 8,24 Mio. Euro auf 9,28 Mio. Euro. Das entspricht einem Zuwachs von rund 1,04 Mio. Euro oder gut 12,5 Prozent.

Treiber dieser Entwicklung sind vor allem:

  • ein deutlicher Anstieg der Finanzanlagen (+1,19 Mio. Euro)

  • ein Rückgang der Sachanlagen durch planmäßige Abschreibungen

  • ein Anstieg der liquiden Mittel um rund 201.000 Euro

Die Struktur zeigt: Es handelt sich weniger um physisches Wachstum im Anlagenbestand, sondern vielmehr um Verschiebungen innerhalb der Vermögensstruktur.

Eigenkapital stark verbessert

Besonders positiv fällt der Eigenkapitalanstieg ins Gewicht. Das Eigenkapital steigt von 3,63 Mio. Euro auf 5,45 Mio. Euro.

Die Eigenkapitalquote verbessert sich damit deutlich:

  • 2023: ca. 44 %

  • 2024: ca. 59 %

Für eine Betreibergesellschaft im Windparkbereich ist das ein stabiler und komfortabler Wert. Eine hohe Eigenkapitalquote reduziert das Insolvenzrisiko und stärkt die Finanzierungskraft.

Auffällig ist, dass das variable Kapitalkonto stark gewachsen ist. Das deutet auf Ergebnisthesaurierung oder Einlagenbewegungen hin. Der ausgewiesene Bilanzgewinn von knapp 12.900 Euro fällt dagegen eher moderat aus.

Schuldenabbau als positives Signal

Die Verbindlichkeiten sinken deutlich von 4,03 Mio. Euro auf 3,24 Mio. Euro.

Besonders wichtig:

  • Langfristige Verbindlichkeiten gehen spürbar zurück.

  • Verbindlichkeiten mit Laufzeit über fünf Jahre bestehen nicht mehr.

Das spricht für planmäßige Tilgungen und eine schrittweise Entschuldung. Für Investoren ist das ein positives Stabilitätssignal.

Allerdings sind die Bankverbindlichkeiten umfangreich besichert – unter anderem durch:

  • Sicherungsübereignung der fünf Windenergieanlagen

  • Abtretung von Pacht- und Stromerlösen

  • Verpfändung von Konten

Das ist im Projektfinanzierungsbereich üblich, bedeutet aber eine starke Bindung der Vermögenswerte an die Kreditgeber.

Liquidität solide

Die liquiden Mittel steigen auf rund 1,09 Mio. Euro.

Kurzfristige Verbindlichkeiten liegen bei 960.000 Euro. Damit ist die Gesellschaft aus kurzfristiger Sicht zahlungsfähig. Die Liquiditätslage wirkt solide und nicht angespannt.

Pachtverpflichtungen als Risiko beachten

Ein wesentlicher Punkt für Anleger sind die sonstigen finanziellen Verpflichtungen:

  • Fest vereinbarte Pachten bis 2028 in Höhe von insgesamt 706.000 Euro

  • Zusätzlich variable, umsatzabhängige Pachtbestandteile

Das bedeutet: Ein Teil der Kostenstruktur ist fix. Sinkende Stromerträge oder schwächere Windjahre könnten somit direkt auf die Margen durchschlagen.

Gesamtbewertung aus Anlegersicht

Positiv:

  • Deutlich gestärkte Eigenkapitalquote

  • Rückgang der Gesamtverschuldung

  • Keine Verbindlichkeiten über fünf Jahre

  • Solide Liquidität

Neutral bis kritisch zu bewerten:

  • Relativ geringer ausgewiesener Bilanzgewinn

  • Hohe dingliche Sicherheiten zugunsten der Banken

  • Laufende Pachtverpflichtungen bis 2028

Insgesamt präsentiert sich die Windpark Börde-Bodetal GmbH & Co. Betriebs-KG bilanziell deutlich stabiler als im Vorjahr. Der Schuldenabbau und die gestärkte Eigenkapitalbasis sind klare Pluspunkte.

Entscheidend für die zukünftige Entwicklung bleibt jedoch die operative Ertragslage – insbesondere Stromerträge, Marktpreise und mögliche Anschlussregelungen nach Förderperioden.

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