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Value-orientierter Nebenwertefonds mit solider Jahresrendite – aber Gebühren und Einzelwert-/Länderklumpen bleiben zentrale Stellhebel

geralt (CC0), Pixabay

1) Profil & Investmentcase aus Anlegersicht

Der Fonds S&H Smaller Companies EMU (verwaltet von Ampega Investment GmbH) ist ein aktiv gemanagter Aktienfonds ohne feste Benchmark, mit Fokus auf europäische Nebenwerte und einem klaren Value-Ansatz: gekauft werden Unternehmen mit „deutlichem Bewertungsabschlag“ zum geschätzten Fair Value. Der Ansatz ist fundamental (qualitativ + quantitativ) und auf mittel- bis langfristiges Halten ausgelegt; Derivate sind erlaubt, wurden zum Stichtag aber nicht eingesetzt.

Anleger-Interpretation: Das ist ein klassischer „Stockpicker“-Fonds mit Stilneigung zu günstig bewerteten Titeln (niedriges KGV/hohe Gewinnrendite). Das kann in Phasen höherer Zinsen bzw. wenn „Value“ wieder gefragt ist, gut funktionieren – ist aber je nach Marktregime auch zeitweise unpopulär.

2) Performance & Risiko: ordentliche Rendite bei marktüblicher Schwankung

Im Berichtszeitraum 01.11.2024–31.10.2025 erzielte der Fonds:

+9,47 % in Anteilklasse P (a)

+11,09 % in Anteilklasse I (a)

Volatilität: 13,36 % (P) bzw. 13,35 % (I)

Was man daraus ableiten kann:

Die höhere Rendite der I-Klasse ist konsistent mit niedrigeren laufenden Kosten (siehe unten).

Eine Volatilität um ~13 % ist für einen Nebenwerte-lastigen Aktienfonds nicht ungewöhnlich; sie signalisiert aber klar: Das Produkt ist nichts für sehr kurzfristige Horizonte.

3) Kosten: größter struktureller Unterschied zwischen P und I

Anteilklasse P (a)

Ausgabeaufschlag: 5 %

Verwaltungsvergütung: 1,5 % p.a.

Erfolgsabhängige Vergütung: 10 % (zusätzlich)

TER: 1,62 % (ohne Transaktionskosten und ohne Performance Fee)

Performance-Fee-Anteil am Ø Fondsvermögen: 0,87 %

Anteilklasse I (a)

Ausgabeaufschlag: 0 %

Verwaltungsvergütung: 0,9 % p.a.

Keine Performance Fee

Mindestanlage: 250.000 EUR

TER: 1,01 %

Anleger-Interpretation (wichtig):

Die P-Klasse ist spürbar teurer (plus Einstiegskosten). Das erhöht die Hürde, langfristig „netto“ klar besser zu sein als günstigere Alternativen.

Wenn Sie die Mindestanlage erfüllen: Die I-Klasse ist strukturell attraktiver, weil weniger Gebühren die Rendite abschneiden.

4) Portfolioaufbau: hohe Aktienquote, auffällige Cash-Reserve, deutliche Deutschland-Lastigkeit

Zum 31.10.2025:

Aktien: 79,27 %

Verzinsliche Wertpapiere: 2,73 % (eine Anleihe: DIC Asset 2026)

Bankguthaben: 17,92 %

Fondsvolumen: 57,49 Mio. EUR

Länderexposure (Aktien nach Länderzuordnung, Auszug):

Deutschland 35,60 % (größter Block)

Frankreich 10,24 %

USA 7,88 %

Israel 7,33 %

dazu u. a. UK, Norwegen, Luxemburg, Belgien, Spanien

Anleger-Interpretation:

Die Cash-Quote ~18 % ist hoch. Das kann:

in fallenden Märkten stabilisieren und Flexibilität geben,

in steigenden Märkten aber Rendite kosten („Cash-Drag“).

Die Bezeichnung „EMU“ wirkt vom Namen her eurozonen-nah, faktisch enthält das Portfolio aber relevante Nicht-EMU-Anteile (z. B. UK, USA, Israel, Norwegen) – damit kommen Währungs- und Länderrisiken stärker ins Spiel als bei einem reinen Eurozonenfonds.

5) Konzentrationsrisiko: einige große Wetten prägen das Ergebnis

Größte Einzelpositionen (Gewichte am Fondsvermögen, Auszug):

Vallourec ~7,48 %

Check Point Software ~7,05 %

Continental ~4,10 %

PayPal ~3,99 %

Viatris ~3,90 %

Schaeffler ~3,37 %

Aker BP ~3,54 %

Anleger-Interpretation:

Für einen Nebenwertefonds ist das keine extreme, aber eine spürbare Top-2-Konzentration (je ~7 %). Wenn einer dieser Titel stark gegen den Fonds läuft, merkt man das.

Stilistisch sieht man eine Mischung aus zyklischen Industrie-/Auto-Zulieferern (z. B. Continental, Schaeffler, Deutz, Lanxess) plus selektiven Tech-/Softwarewerten (z. B. Check Point, TeamViewer, IONOS) – das kann gut diversifizieren, ist aber in Stressphasen trotzdem marktabhängig.

6) Risikomanagement & Liquidität: sinnvoll adressiert, aber Nebenwerte bleiben Nebenwerte

Illiquide Microcaps (<50 Mio. EUR Marktkap.) wurden laut Bericht gemieden; Einzeltitelgewichte sollen niedrig bleiben.

Derivate: zum Stichtag 0 %, Exposure 0; dennoch wird Marktrisiko über ein VaR-Modell überwacht (10 Tage, 99 % Konfidenz; historisch 504 Tagesrenditen).

Potenzieller Risikobetrag (VaR) lag im Jahr zwischen 5,58 % und 7,29 %.

Anleger-Interpretation:

Die Liquiditätsaussagen sind beruhigend – trotzdem können Nebenwerte in echten Stressphasen „austrocknen“ (Spreads, Marktimpact).

Der fehlende Derivateinsatz am Stichtag deutet auf ein eher direktes Aktienrisiko statt komplexer Absicherungsstrukturen hin.

7) Ausschüttung: moderat, eher „Beiprodukt“ als Renditetreiber

Ausschüttung je Anteil:

P (a): 3,00 EUR → ca. 1,75 % bezogen auf Anteilwert 171,38 EUR

I (a): 3,50 EUR → ca. 1,82 % bezogen auf Anteilwert 191,79 EUR

Anleger-Interpretation: Das ist eine moderate Ausschüttung, die Gesamtrendite kommt klar primär aus Kursentwicklung.

8) Nachhaltigkeit/Offenlegung: Filter ja, aber kein „grünes“ Produkt

EU-Taxonomie: Investitionen berücksichtigen nicht die EU-Kriterien für ökologisch nachhaltige Aktivitäten.

PAI-Steuerung: nicht Bestandteil der Anlagestrategie.

Es gibt dennoch Ausschlüsse (kontroverse Waffen) und UN Global Compact-Prüfung; zudem PRI-Unterzeichnung auf Gesellschaftsebene.

Anleger-Interpretation: Für ESG-orientierte Anleger ist das eher „ESG-Filter/Basic Stewardship“ als ein Fonds mit klarer Nachhaltigkeitszielsetzung.

Fazit: Für wen passt der Fonds – und worauf würde ich als Investor achten?

Stärken

Klarer, nachvollziehbarer Value-Nebenwerte-Ansatz und aktive Abweichung von Indizes.

Gute Periodenrendite bei marktüblicher Volatilität.

Aus Investorensicht positiv: spürbarer Gebührenvorteil der I-Klasse (wenn zugänglich).

Kritische Punkte

Kostenbelastung der P-Klasse (inkl. Ausgabeaufschlag + Performance Fee) kann langfristig erheblich Rendite kosten.

Deutschland-Übergewicht und einige große Einzelpositionen erhöhen Klumpenrisiken.

Hohe Cash-Quote: gut für Flexibilität, kann aber Performance in starken Aktienphasen bremsen.

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