Nach gescheiterten Tarifverhandlungen droht bei der Regionalfluggesellschaft Lufthansa CityLine ein neuer Arbeitskampf. Die Tarifkommission der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat nach eigenen Angaben die Einleitung einer Urabstimmung über Streikmaßnahmen beantragt. Eine Entscheidung darüber wird noch in dieser Woche erwartet.
Die Verhandlungen zwischen Gewerkschaft und Arbeitgeberseite laufen bereits seit August 2025, brachten bislang jedoch keine Einigung. Nach Darstellung der Gewerkschaft habe die Fluggesellschaft kein Angebot vorgelegt, das echte Verbesserungen bei der Vergütung vorsehe. Die Arbeitgeberseite habe stattdessen darauf bestanden, mögliche Gehaltserhöhungen an anderer Stelle zu kompensieren – aus Sicht der VC keine reale Lohnsteigerung.
Die Gewerkschaft fordert unter anderem Gehaltsanhebungen von jeweils 3,3 Prozent rückwirkend zum Februar 2024 sowie weitere Steigerungen zu Beginn der Jahre 2025 und 2026. Gleichzeitig betont sie ihre Bereitschaft zu weiteren Gesprächen, sofern die Unternehmensseite konkrete Verbesserungen ohne Gegenfinanzierungsvorbehalte anbiete.
Ein möglicher Streik bei Cityline könnte den Flugverkehr erneut spürbar beeinträchtigen. Die Regionaltochter betreibt rund 30 Flugzeuge und verbindet vor allem europäische Ziele mit den Lufthansa-Drehkreuzen München und Frankfurt. Bereits in der vergangenen Woche hatten Arbeitskämpfe bei der Lufthansa-Kerngesellschaft sowie deren Frachttochter zu massiven Flugausfällen und erheblichen Beeinträchtigungen für Passagiere geführt.
Zusätzliche Brisanz erhält der Tarifkonflikt durch die strategischen Pläne des Konzerns: Der Betrieb von Cityline soll im kommenden Jahr auslaufen, die Strecken sollen schrittweise von der neuen Tochtergesellschaft Lufthansa City Airlines übernommen werden. Nach Angaben der Gewerkschaft hat diese Entscheidung jedoch keinen direkten Einfluss auf die laufenden Tarifverhandlungen, die unabhängig davon fortgesetzt werden sollen.