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Paypal-Betrug statt „Sicher bezahlen“ – Neue perfide Masche auf Kleinanzeigen

TheDigitalArtist (CC0), Pixabay

Die Plattform Kleinanzeigen wirbt mit ihrem Bezahlsystem „Sicher bezahlen“ und einem integrierten Käuferschutz. Doch Kriminelle haben eine neue Betrugsmasche entwickelt, bei der sie genau dieses Sicherheitsgefühl ausnutzen. Unter dem Vorwand einer sicheren Zahlungsabwicklung über PayPal locken sie ihre Opfer aus der geschützten Umgebung der Plattform – und greifen anschließend direkt auf deren Bankdaten zu.

„Sicher bezahlen“ – eigentlich ein Schutzmechanismus

Ob beim Stöbern nach Schnäppchen oder beim Verkauf gebrauchter Gegenstände: Millionen Menschen nutzen Kleinanzeigen für private Geschäfte. Mit der Funktion „Sicher bezahlen“ verspricht die Plattform zusätzlichen Schutz.

Über den Button „direkt bezahlen“ innerhalb der App oder Webseite wird der Zahlungsprozess abgewickelt. Das Geld wird dabei treuhänderisch verwaltet und erst dann an den Verkäufer ausgezahlt, wenn der Käufer den Erhalt der Ware bestätigt.

Nach Angaben des Unternehmens erfolgt die Zahlungsabwicklung in Zusammenarbeit mit dem niederländischen Zahlungsdienstleister Online Payment Platform (OPP), der von der niederländischen Zentralbank beaufsichtigt wird. Entscheidend ist jedoch ein Punkt: Der Schutz greift nur, wenn die Kommunikation und Zahlung vollständig innerhalb der Plattform bleiben.

Wer den Prozess verlässt, verliert auch den Käuferschutz.

Die neue Masche: PayPal als Köder

Kriminelle geben sich zunächst als ernsthafte Kaufinteressenten aus. Sie kontaktieren Verkäufer über das Nachrichtensystem von Kleinanzeigen und schlagen eine angeblich „besonders sichere“ Zahlungsabwicklung über PayPal vor. Ziel ist es, an die E-Mail-Adresse des Opfers zu gelangen.

Sobald diese übermittelt wurde, behaupten die Täter, es gebe ein technisches Problem bei PayPal. Kurz darauf erhält das Opfer eine E-Mail – angeblich vom Zahlungsdienstleister oder mit Bezug zur Transaktion. Tatsächlich stammt sie jedoch von den Betrügern selbst.

Wer nun auf die Nachricht reagiert, wird aus der sicheren Umgebung der Plattform herausgeführt.

Der entscheidende Schritt: Die Fake-Seite

Im nächsten Schritt schlagen die Täter vor, doch die Kleinanzeigen-Funktion „direkt bezahlen“ zu nutzen – und schicken gleich einen passenden Link mit.

Doch dieser Link führt nicht zurück zur offiziellen Plattform, sondern auf eine täuschend echt aussehende Fake-Seite. Design, Logo und Aufbau wirken authentisch.

Dort werden die Opfer aufgefordert, ihre Bankdaten oder Login-Daten einzugeben – angeblich zur Bestätigung der Zahlung. In Wahrheit landen diese sensiblen Informationen direkt bei den Betrügern.

Ist dieser Schritt erfolgt, können die Täter unbefugte Überweisungen durchführen, Lastschriften veranlassen, Zugangsdaten weiterverkaufen oder sogar Identitätsdiebstahl begehen. Der finanzielle Schaden kann erheblich sein.

Konkreter Fall: 2.000 Euro Schaden

Eine Frau aus Thüringen verlor durch diese Masche rund 2.000 Euro. Sie war überzeugt, eine sichere Zahlungsfunktion zu nutzen, nachdem ihr der entsprechende Link zugesendet wurde. Erst als unautorisierte Abbuchungen auf ihrem Konto auftauchten, bemerkte sie den Betrug.

Solche Fälle zeigen: Selbst erfahrene Internetnutzer können Opfer werden, wenn Betrüger gezielt mit Vertrauen arbeiten.

Warum die Masche so gefährlich ist

Diese Betrugsform funktioniert, weil sie auf mehreren psychologischen Faktoren basiert. Betrüger setzen auf den Vertrauensvorschuss durch bekannte Marken wie PayPal, erzeugen Zeitdruck mit Hinweisen auf angeblich dringende Bestätigungen, nutzen professionell gestaltete Fake-Seiten und spielen mit der Gewohnheit vieler Menschen, Online-Transaktionen schnell abzuwickeln.

Der entscheidende Punkt: Die Täter bewegen sich zunächst im legitimen Umfeld der Plattform und verlassen es erst im richtigen Moment.

So schützen Sie sich

Kommunikation und Bezahlung sollten ausschließlich innerhalb von Kleinanzeigen stattfinden. Externe Links, die angeblich zur Funktion „direkt bezahlen“ führen, sollten grundsätzlich nicht angeklickt werden.

Die offizielle Zahlungsfunktion ist ausschließlich über den integrierten Button in der App oder auf der Webseite erreichbar – nicht über zugesandte E-Mails oder Nachrichten.

Sensible Daten wie Bankverbindungen oder Login-Informationen sollten niemals über externe Links eingegeben werden. Seriöse Zahlungsabwicklungen fordern solche Daten nicht auf diesem Weg an.

Im Verdachtsfall sollte umgehend die Bank informiert, das Konto gesperrt und Anzeige bei der Polizei erstattet werden.

Fazit

Die neue PayPal-Masche zeigt, wie professionell Online-Betrüger inzwischen vorgehen. Sie missbrauchen bekannte Sicherheitsfunktionen, um Vertrauen zu schaffen, und hebeln den Schutz gezielt aus.

Wer bei Kleinanzeigen handelt, sollte sich eine zentrale Regel merken: Sicherheit gibt es nur innerhalb der Plattform. Sobald man diese verlässt, spielt man nach den Regeln der Betrüger.

View Comments (1) View Comments (1)
  1. Ich war echt lange bei Kleinanzeigen und hab da eigentlich alles drüber gemacht. In letzter Zeit bin ich aber irgendwie immer unzufriedener geworden, vor allem weil es deutlich unübersichtlicher geworden ist und mich die Werbung immer mehr genervt hat.
    Hab dann irgendwann angefangen, nach Alternativen zu schauen und bin dabei auf Flinkanzeigen gestoßen. Nutze es jetzt nebenbei und finde es bisher ganz angenehm. Ist noch nicht so viel los, aber wirkt deutlich ruhiger und einfacher.

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