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Kohle aus Kippen: Ärztepräsident will Tabaksteuer erhöhen – der Staat reibt sich die Hände

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay

Wenn es nach dem Präsidenten der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, geht, soll die Zigarette künftig noch teurer werden. Offiziell natürlich aus Sorge um die Volksgesundheit – inoffiziell aber dürfte vor allem die Staatskasse schon mal mit dem Taschenrechner wedeln.

Rauchen sei „eine der größten vermeidbaren Gesundheitsgefahren“, so Reinhardt zur Rheinischen Post. Und internationale Studien zeigten, dass höhere Preise besonders junge Menschen abgeschreckt hätten. Dass diese Statistik gleichzeitig das Finanzministerium erfreut, erwähnt er nur nicht. Dabei bringt der Griff zur Schachtel dem Staat längst mehr ein als vielen Rauchern lieb ist: Rund 14,5 Milliarden Euro spülte die Tabaksteuer allein 2024 in die Kasse. Und mit jeder Preiserhöhung steigt der Pegel weiter – nicht im Aschenbecher, sondern im Bundeshaushalt.

Auch CDU und SPD liebäugeln mit einer Erhöhung – offiziell, um Krankenkassen zu entlasten. Denn die Kosten für tabakbedingte Krankheiten: 30 Milliarden jährlich. Die volkswirtschaftlichen Folgekosten: bis zu 70 Milliarden. Aber anstatt strukturell umzudenken, dreht man lieber an der Preisschraube – mit dem moralischen Zeigefinger in der einen und dem Steuerbescheid in der anderen Hand.

Bundesdrogenbeauftragter Hendrik Streeck (CDU) mahnt: 130.000 Todesfälle jährlich durch Tabakkonsum – und die Lösung? Mehr Geld aus weniger Lungen. Ein Win-win – für den Staat zumindest.

Ob es dabei wirklich um Prävention geht oder doch nur um einen kalkulierten Griff ins Portemonnaie von Süchtigen und Gelegenheitsrauchern, bleibt offen. Fest steht nur: Nikotin macht abhängig – der Fiskus allerdings auch.

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