Ach, LR Health & Beauty SE – einst gefeierter Star am Direktvertriebshimmel, heute ein Paradebeispiel dafür, wie man mit Schönheitsprodukten blendet, aber finanziell immer weiter verblasst. Am 23. Januar 2026 ließ das Unternehmen mit einer Ad-hoc-Mitteilung die Maske endgültig fallen – und offenbarte, was viele geahnt, aber keiner laut sagen wollte: Die schöne Fassade bröckelt. Und darunter kommt nichts weiter zum Vorschein als ein weiterer Sargnagel für das Vertrauen der Anleger.
Erwartungen? Gesenkt. Hoffnungen? Gedämpft. Kapital? Weg.
Statt dem ursprünglich prognostizierten EBITDA von bis zu 20 Millionen Euro gibt’s nun nur magere 16 Millionen Euro – quasi das Diät-Programm für die Anlegerseele. Der Umsatz? Mit 277 Millionen Euro irgendwie noch im Zielkorridor. Na bravo. Aber wenn schon das operative Ergebnis schwächelt, ist das wie ein Schönheitsserum ohne Wirkung: teuer, enttäuschend, überbewertet.
Schulden wegzaubern mit dem Zauberwort: „Restrukturierung“
Doch die wahre Magie beginnt jetzt. LR will sich nämlich gesundsanieren – mit dem bewährten Trick: Fremdgeld verbrennen und hoffen, dass es niemand merkt. Es stehen auf dem Zauberzettel:
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Ein Schuldenschnitt von satten 55 %, weil: Wer braucht schon Gläubiger, die auch wirklich Geld zurückhaben wollen?
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Eine Verlängerung der Anleihe bis 2029 – weil Hoffnung ja bekanntlich zuletzt stirbt, aber die Geduld der Anleger definitiv vorher.
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Und natürlich gestundete Zinsen, denn pünktlich zahlen ist so 2023.
Zur Beruhigung gibt’s von oben noch eine Eigenkapitaleinlage des Hauptaktionärs in Höhe von 10 Millionen Euro. Klingt großzügig – bis man sich erinnert, wie viel schon vorher in den Abgrund gerutscht ist.
Anleger, aufgepasst: Verluste wie immer inklusive!
Für die Anleger heißt das: Bitte Anschnallen – die Verlustreise geht weiter! Sollte der ganze Plan nämlich nicht durchgehen, winkt im Insolvenzfall eine sagenhafte Rückzahlungsquote von 6 %. Da bleibt dann immerhin genug Geld für eine Packung LR-Vitamin-Kapseln – wenn man sie im Ausverkauf erwischt.
Vertrieb in Auflösung?
Der einstige Stolz, der motivierte Vertrieb, der mit Glanz und Gloria durch Wohnzimmer tourte, dürfte sich nun ernsthaft fragen, ob er weiter auf das richtige Pferd – oder eher auf einen lahmen Gaul – gesetzt hat. Denn MLM lebt vom Glauben. Und genau der bröckelt schneller als eine überlagerte Aloe-Vera-Creme.
Fazit: Gleiche Show, neues Kapitel
Wieder einmal zeigt sich: Wenn’s um Geld geht, zieht LR nicht nur Schönheit in Betracht – sondern vor allem die Schönheit des Schuldenabbaus auf Kosten der Anleger.
Aber hey – man muss es positiv sehen: Wer sein Geld bei LR versenkt hat, hat immerhin einen Beitrag zur Rettung des Vertriebs geleistet. Und das ist doch auch eine Form der Selbstverwirklichung.