Bei einem schweren Brand in einem Einkaufszentrum in der pakistanischen Millionenstadt Karachi sind mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. Unter den Todesopfern befindet sich auch ein Feuerwehrmann, der im Einsatz gegen die Flammen sein Leben verlor. Mehr als 20 weitere Personen wurden verletzt, zahlreiche Menschen gelten weiterhin als vermisst. Die Rettungsarbeiten dauern an, werden jedoch durch massive Schäden am Gebäude erheblich erschwert.
Das Feuer brach am Samstag im Gul Plaza aus, einem mehrstöckigen Einkaufszentrum mit rund 1.200 Geschäften auf einer Fläche von etwa 8.000 Quadratmetern. Nach Angaben der lokalen Rettungsdienste hatte sich der Brand bereits vom Erdgeschoss auf die oberen Etagen ausgebreitet, als die Einsatzkräfte eintrafen. Zu diesem Zeitpunkt stand nahezu das gesamte Gebäude in Flammen. Teile der Konstruktion sind inzwischen eingestürzt, was die Suche nach möglichen weiteren Opfern extrem gefährlich macht.
Ein hochrangiger Polizeibeamter erklärte, dass es bislang nicht möglich gewesen sei, das Gebäude systematisch nach Leichen zu durchsuchen, da das Feuer weiterhin lodert und akute Einsturzgefahr besteht. Am Sonntagmorgen stieg noch immer dichter Rauch aus den Trümmern auf. Experten befürchten, dass weitere Gebäudeteile kollabieren könnten.
Besonders besorgniserregend ist die große Zahl an Vermissten. Nach Angaben der Behörden haben Familien mehr als 30 Menschen als vermisst gemeldet. Viele Angehörige versammelten sich vor den Überresten des Einkaufszentrums und warten verzweifelt auf Informationen. Die Stadtverwaltung hat eine Anlaufstelle eingerichtet, an der Namen und Details der Vermissten registriert werden.
Hassan Khan, Sprecher des Rettungsdienstes Rescue 1122 in Karachi, wies darauf hin, dass sich im Einkaufszentrum zahlreiche leicht entflammbare Materialien befanden. Dazu zählten Kunststoffschaum, Textilien, Teppiche und Parfüm, die das Feuer rasch angefacht und seine Ausbreitung beschleunigt hätten.
Die Polizeimedizinerin Summaiya Syed bestätigte, dass sechs Leichen sowie mehrere Verletzte in das staatliche Civil Hospital von Karachi gebracht wurden. Aufgrund des Ausmaßes des Unglücks seien sogenannte Massendesaster-Protokolle aktiviert worden, um die medizinische und organisatorische Versorgung sicherzustellen.
Auch auf politischer Ebene löste das Unglück Reaktionen aus. Pakistans Präsident Asif Ali Zardari sprach den Familien der Opfer sein Beileid aus und forderte die Regierung der Provinz Sindh auf, die Sicherheitsstandards in kommerziellen und Wohngebäuden umfassend zu überprüfen. Das tragische Ereignis wirft erneut Fragen zur Einhaltung von Brandschutzvorschriften in Pakistans Großstädten auf.