In den USA ist es üblich, Straßen, Gebäude oder Institutionen erst lange nach dem Ende einer Präsidentschaft nach politischen Persönlichkeiten zu benennen. Im Fall von Donald Trump wird mit dieser Tradition erneut gebrochen. In Palm Beach, Florida, trägt seit Kurzem ein vier Meilen langer Abschnitt des Southern Boulevard offiziell den Namen President Donald J. Trump Boulevard.
Die umbenannte Straße verbindet den Palm Beach International Airport direkt mit Trumps Anwesen und Privatresort Mar-a-Lago. Genau über diese Strecke reist der Präsident regelmäßig, wenn er mit der Air Force One in Florida landet. Am 16. Januar nahm Trump persönlich an einer feierlichen Zeremonie in Mar-a-Lago teil, bei der die Umbenennung offiziell bekannt gegeben wurde. Vor einem der neuen Straßenschilder zeigte er sich sichtlich zufrieden und bezeichnete die Ehrung als ein „ernstzunehmendes Zeichen“ der Anerkennung.
Durchgesetzt wurde die Umbenennung auf Initiative republikanischer Abgeordneter im Parlament von Florida. Besonders engagiert zeigte sich die Abgeordnete Meg Weinberger, die das entsprechende Gesetz eingebracht hatte. Sie erklärte, dass es anfangs erheblichen Widerstand gegeben habe, da solche Ehrungen für amtierende Präsidenten unüblich seien. Letztlich wurde die Maßnahme jedoch Teil eines größeren Gesetzespakets, das mehrere Straßenumbenennungen im Bundesstaat umfasste und anschließend auch von den lokalen Behörden in West Palm Beach und Palm Beach County genehmigt wurde.
Für Trumps Anhänger hat die neue Straßenbezeichnung auch eine symbolische Bedeutung. Entlang der Route versammeln sich regelmäßig Unterstützer, aber auch Kritiker, wenn der Präsident an Wochenenden oder Feiertagen nach Mar-a-Lago reist. Die Straße ist damit nicht nur Verkehrsweg, sondern längst auch politischer Schauplatz.
Die Umbenennung reiht sich ein in eine ganze Serie von Projekten, bei denen Trumps Name in den vergangenen Monaten stärker in den öffentlichen Raum gerückt ist. Besonders kontrovers wurde die Entscheidung diskutiert, das Kennedy Center in Washington offiziell in „The Donald J. Trump and The John F. Kennedy Memorial Center for the Performing Arts“ umzubenennen. Diese Maßnahme wird derzeit juristisch angefochten.
Darüber hinaus tragen inzwischen auch internationale Initiativen und Programme Trumps Namen, darunter ein von den USA vermittelter Transportkorridor im Südkaukasus, neue staatliche Förderkonten für Neugeborene sowie ein Aufenthaltsprogramm für wohlhabende Ausländer. Kritiker sehen darin eine problematische Vermischung von Amt und persönlicher Markenpflege, während Befürworter von einer verdienten Würdigung sprechen.
Mit dem President Donald J. Trump Boulevard erhält Florida jedenfalls ein weiteres politisches Symbol, das über die Grenzen des Bundesstaates hinaus für Diskussionen sorgen dürfte.