In den Vereinigten Staaten wächst der Widerstand gegen die außenpolitische Linie von Präsident Donald Trump. Zwei aktuelle Umfragen zeigen deutlich, dass eine Mehrheit der Amerikaner die jüngsten militärischen Interventionen und Drohungen der US-Regierung kritisch sieht. Besonders der Einsatz in Venezuela sowie die Ankündigungen möglicher militärischer Schritte gegen Länder wie Iran oder sogar Grönland stoßen auf breite Ablehnung in der Bevölkerung.
Laut einer am 14. Januar veröffentlichten Umfrage des Associated Press-NORC Center for Public Affairs Research sind mehr als die Hälfte der erwachsenen US-Bürger der Meinung, Trump sei beim Einsatz des Militärs im Ausland „zu weit gegangen“. Diese Einschätzung unterstreicht eine wachsende Skepsis gegenüber militärischem Engagement jenseits der eigenen Landesgrenzen. Viele Befragte wünschen sich stattdessen eine zurückhaltendere Rolle der USA in internationalen Konflikten.
Eine weitere Umfrage der Quinnipiac University kommt zu einem ähnlichen Ergebnis. Sieben von zehn Wählern sind der Ansicht, dass ein Präsident vor militärischen Aktionen gegen ein anderes Land die Zustimmung des Kongresses einholen sollte. Dieses Ergebnis zeigt nicht nur ein Misstrauen gegenüber Alleingängen des Präsidenten, sondern auch ein starkes Bedürfnis nach demokratischer Kontrolle außenpolitischer Entscheidungen.
Besonders deutlich fällt die Ablehnung möglicher Interventionen im Iran aus. In der Quinnipiac-Umfrage erklärten 70 Prozent der Befragten, die USA sollten sich nicht in den Iran einmischen. Noch klarer ist die Haltung in Bezug auf Grönland: Mehr als 80 Prozent der Wähler lehnen eine gewaltsame Übernahme der arktischen Insel ab. Selbst ein möglicher Kauf Grönlands stößt bei der Mehrheit auf Ablehnung, zumal sowohl Grönland als auch Dänemark wiederholt betont haben, dass das Gebiet nicht zum Verkauf steht.
Geteilter Meinung sind die Amerikaner hingegen beim Vorgehen in Venezuela. Anfang Januar hatten US-Spezialeinheiten den venezolanischen Machthaber Nicolás Maduro sowie dessen Ehefrau festgenommen und in die USA gebracht, wo ihnen unter anderem Drogenhandel vorgeworfen wird. Während etwa 47 Prozent diesen Einsatz befürworten, lehnen laut AP-NORC-Umfrage rund 57 Prozent Trumps Umgang mit der Situation ab.
Insgesamt zeigen die Umfragen eine klare Tendenz: Die amerikanische Bevölkerung steht militärischen Abenteuern zunehmend skeptisch gegenüber. Angesichts wirtschaftlicher Sorgen und politischer Spannungen im eigenen Land wünschen sich viele Bürger eine Außenpolitik, die auf Diplomatie statt auf Drohungen und militärische Stärke setzt.