Präsident Trump stellte am Samstag nach der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch eine US-Militäroperation seine neue Geopolitik vor: die „Donroe-Doktrin“. In seiner Rede, die sofort für Aufmerksamkeit sorgte, erklärte Trump, dass dieser Begriff nun die Grundlage für das amerikanische Vorgehen im westlichen hemisphärischen Raum darstellt. Doch wie so oft bei Trumps Äußerungen, hat auch dieser Slogan seine Wurzeln in rechten Medien.
Es war die „New York Post“, eine von Trumps Lieblingszeitungen, die den Begriff „Donroe-Doktrin“ bereits am 8. Januar 2025 auf ihrer Titelseite verwendete. Damals ging es um Trumps Ambitionen, Grönland zu übernehmen – ein Thema, das zu jener Zeit die Nachrichten dominierte. Die Zeitung stellte die Frage, ob der US-Präsident eine neue Ära in der geopolitischen Doktrin des Landes einläuten würde.
Das alliterative Schlagwort fand seinen Weg in die öffentlichen Diskussionen und tauchte kurz vor der militärischen Aktion gegen Venezuela in der Sendung „Fox & Friends“ auf, einem der Lieblingsprogramme des Präsidenten. Griff Jenkins, ein Moderator der Sendung, erklärte in einem Gespräch, dass es sich bei der „Donroe-Doktrin“ um eine Weiterentwicklung der alten Monroe-Doktrin von 1823 handle. Diese besagte, dass europäische Mächte den amerikanischen Kontinent nicht weiter kolonisieren dürften. Jenkins verband dies mit der Vorstellung, dass Amerika seine Dominanz über den gesamten westlichen Hemisphärenraum geltend mache – eine Idee, die nun als „Donroe-Doktrin“ bekannt wurde.
Trump selbst ging in seiner Pressekonferenz am Samstag noch weiter und erklärte: „Die Monroe-Doktrin ist wichtig, aber wir haben sie weit übertroffen, und das ist noch sehr milde ausgedrückt“, bevor er den Begriff „Donroe-Doktrin“ zum ersten Mal verwendete. Sofort begannen Zuhörer, nach der Herkunft des Begriffs zu suchen, und stießen auf die „New York Post“-Titelseite vom Januar.
In diesem Zusammenhang erschien der Begriff ursprünglich als Teil eines größeren Plans, den die Zeitung als „Trump-Doktrin“ betitelte. Es ging um die Umbenennung des Golfs von Mexiko in den „Golf von Amerika“ und die Vorstellung, Kanada könnte der 51. US-Bundesstaat werden – Ideen, die für die amerikanische Außenpolitik und die geopolitische Ausrichtung des Landes von zentraler Bedeutung waren.
Obwohl „Donroe-Doktrin“ zunächst nicht viele Wellen schlug, nahm der Begriff ab Herbst 2025 an Fahrt auf. In der „Financial Times“, der „New York Times“ und anderen internationalen Medien wurde er immer wieder aufgegriffen. Auch bei „Fox News“ war die Rede von Trumps corollary der Doktrin, die besagt, dass Amerika das Recht hat, in jedes Land einzugreifen, wenn dort innere Unruhen eine Bedrohung für die Region darstellen.
Trump selbst verwendete den Begriff erneut, als er nach der venezolanischen Aktion erklärte, dass sich diese von den US-Interventionen in Irak und Afghanistan unterscheide. Schließlich befinde sich Venezuela in Amerikas „hinterer Hinterhof“, was die „Donroe-Doktrin“ nach seinen Worten rechtfertige.
Laut einem Sprecher der „New York Post“ sei es schwierig zu sagen, wer genau den Begriff „Donroe-Doktrin“ geprägt habe, da die Überschrift des Artikels eine kollektive Anstrengung der Redaktion gewesen sei. Es ist bekannt, dass Trump eine komplexe Beziehung zu seiner Heimatzeitung hat – von Unterstützer über Feind bis hin zu Quelle und Ziel von Artikeln.
Trotz der Unklarheit über die genaue Herkunft des Begriffs bleibt klar, dass die „Donroe-Doktrin“ die amerikanische Außenpolitik in eine neue Richtung lenken könnte, die den geopolitischen Raum Amerikas als legitimes Handlungsfeld für militärische und wirtschaftliche Interventionen ansieht. In seiner Antwort auf die Ereignisse in Venezuela stellte Trump klar, dass die USA das Land unter Kontrolle bringen und von seinen wertvollen Ölressourcen profitieren sollten.
So oder so: Mit dem „Donroe“ in der Hand könnte Trump das geopolitische Spielfeld im westlichen Hemisphärenraum neu definieren – was, wie es scheint, nach den Vorbildern vergangener Epochen benannt wurde, aber mit der aktuellen Machtpolitik des US-Präsidenten zu einem „Game-Changer“ werden könnte.