Rom zieht die Zügel im Kampf gegen den Massentourismus weiter an: Ab dem 7. Jänner müssen Besucherinnen und Besucher für den Zugang zum weltberühmten Trevi-Brunnen erstmals Eintritt bezahlen. Zwei Euro kostet das Ticket künftig für Touristinnen und Touristen – Einwohnerinnen und Einwohner der italienischen Hauptstadt bleiben davon ausgenommen und können den Brunnen weiterhin kostenlos besuchen.
Mit der neuen Regelung erweitert Rom die Liste jener historischen Sehenswürdigkeiten, für die mittlerweile Eintrittsgelder erhoben werden. Ziel ist es, eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt besser zu schützen und den Besucherandrang gezielter zu steuern.
Millionen Touristen, steigender Druck
Der Trevi-Brunnen ist ein Magnet für Reisende aus aller Welt. Allein im ersten Halbjahr dieses Jahres strömten laut Stadtverwaltung mehr als 5,3 Millionen Menschen zu dem spätbarocken Meisterwerk, das im 18. Jahrhundert nach Entwürfen von Nicola Salvi errichtet wurde. Damit ist der Brunnen – nach dem Kolosseum – das zweitmeistbesuchte Monument Roms.
Schon seit rund einem Jahr versucht die Stadt, den Besucheransturm zu regulieren. Der Zugang zur Anlage ist begrenzt: Maximal 400 Personen dürfen sich gleichzeitig im Bereich des Brunnens aufhalten. Mit dem Eintrittsgeld soll dieses System nun weiter professionalisiert werden.
Getrennte Zugänge für Einheimische und Touristen
Künftig werden zwei getrennte Zugänge eingerichtet: einer für Römerinnen und Römer, einer für Touristinnen und Touristen. Der Ticketkauf soll unkompliziert sein und auch bargeldlos per Kreditkarte möglich werden. Die Stadt erhofft sich dadurch nicht nur mehr Kontrolle, sondern auch einen ruhigeren und würdigeren Besuch des historischen Ortes.
Millionen-Einnahmen für Pflege und Service
Nach Berechnungen der Stadtverwaltung könnten durch die Eintrittsgelder jährlich rund 20 Millionen Euro eingenommen werden. Der Tourismusbeauftragte Roms, Alessandro Onorato, betonte, dass diese Mittel gezielt in die Erhaltung des Brunnens, die Verbesserung der touristischen Infrastruktur sowie in Serviceleistungen fließen sollen.
„Der Trevi-Brunnen ist kein Vergnügungspark, sondern ein Kulturerbe von unschätzbarem Wert“, so Onorato sinngemäß. Der Eintritt sei daher kein Abschreckungsinstrument, sondern ein Beitrag zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung.
Symbol für den Wandel im Umgang mit Tourismus
Die Entscheidung markiert einen weiteren Schritt im veränderten Umgang Roms mit dem Massentourismus. Immer mehr Städte in Italien versuchen, durch Eintrittsgelder, Besucherlimits und Zeitfenster-Regelungen die Balance zwischen Offenheit für Gäste und dem Schutz historischer Substanz zu finden.
Für viele Reisende wird der berühmte Münzwurf in den Trevi-Brunnen künftig also nicht nur ein Wunschritual bleiben – sondern auch ein kleiner, offizieller Beitrag zum Erhalt der „Ewigen Stadt“.