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Wohnkosten treiben Armut im Norden nach oben: Neue Studie zeigt dramatische Belastung für Haushalte in Bremen, Hamburg und Niedersachsen
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Wohnkosten treiben Armut im Norden nach oben: Neue Studie zeigt dramatische Belastung für Haushalte in Bremen, Hamburg und Niedersachsen

blickpixel (CC0), Pixabay

Eine aktuelle Untersuchung des Paritätischen Wohlfahrtsverbands zeigt, wie stark steigende Wohnkosten die Armut in Norddeutschland verschärfen. Insbesondere in Bremen, Hamburg und Niedersachsen wächst der Anteil der Menschen, die – unter Berücksichtigung ihrer Mieten – unter der Armutsgrenze leben. Der Verband spricht von „Wohnarmut“, also Armut, die erst sichtbar wird, wenn die Belastung durch Wohnkosten einberechnet wird.

Armut durch Mieten: Zahlen offenbaren deutliche Verschiebung

Die Studie zeigt, dass sich die Lage vieler Haushalte im Norden innerhalb kurzer Zeit deutlich verschlechtert hat:

  • Bremen: Wohnarmutsquote 2024 bei 33,4 Prozent – jede dritte Person ist betroffen.

  • Hamburg: 25,9 Prozent – dabei ist der Effekt der Wohnkosten bundesweit am stärksten.

  • Niedersachsen: 24,5 Prozent – ein deutlicher Anstieg gegenüber 21,8 Prozent im Vorjahr.

Damit wird klar: In allen drei Bundesländern drücken hohe Mieten immer mehr Menschen finanziell an den Rand.

Hamburg besonders betroffen – Wohnkosten lassen Armutsquote explodieren

Hamburg gilt zwar als wirtschaftlich stark, doch gerade hier zeigt sich die enorme Wirkung der Wohnkosten sehr deutlich:

  • Ohne Berücksichtigung der Mieten gelten 16 Prozent der Menschen in Hamburg als arm.

  • Mit Wohnkosten steigt die Quote auf 25,9 Prozent.

Dieser Unterschied von fast 10 Prozentpunkten ist bundesweit einmalig – ein Hinweis darauf, dass gerade hier die Wohnungsmarktsituation besonders angespannt ist.

Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern im Mittelfeld

Auch wenn Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern weniger stark betroffen scheinen, liegen die Werte dennoch auf einem bedenklichen Niveau:

  • Schleswig-Holstein: 22,4 Prozent – leicht über dem Bundesdurchschnitt von 22,3 Prozent.

  • Mecklenburg-Vorpommern: 21,7 Prozent – mehr als jeder Fünfte lebt in Wohnarmut.

Vor allem in Regionen mit geringer Bevölkerungsdichte steigt die Belastung. Mietkosten verschlingen dort einen erheblichen Teil des Einkommens, während gleichzeitig Fachkräftemangel und demografischer Wandel das Problem verschärfen.

Appell an die Politik: „Bezahlbarer Wohnraum darf kein Luxus werden“

Der Paritätische Wohlfahrtsverband mahnt die Politik, endlich entschlossene Maßnahmen zu ergreifen. Die steigenden Mieten seien nicht nur ein Großstadtproblem, sondern betreffen den gesamten Norden – inklusive ländlicher Regionen.

Es brauche:

  • mehr sozialen und bezahlbaren Wohnraum,

  • Mietpreisbremsen, die wirklich greifen,

  • stärkere Förderung des Wohnungsbaus,

  • Schutz für Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen.

Die Botschaft ist klar: Wenn Wohnraum unbezahlbar wird, gerät der gesellschaftliche Zusammenhalt in Gefahr. Doch die Studie zeigt auch: Das Problem ist längst nicht mehr Randthema, sondern betrifft breite Teile der Bevölkerung.

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