Die Zahl der Opfer von Landminen und explosiven Kriegsresten ist im vergangenen Jahr erneut gestiegen. Das zeigt der Landminen-Monitor 2025, der jährlich von internationalen Beobachtern veröffentlicht wird. Dem Bericht zufolge wurden weltweit mindestens 6.300 Menschen getötet oder verletzt – ein deutlicher Anstieg gegenüber den Vorjahren.
90 Prozent der Opfer sind Zivilisten
Besonders alarmierend: Rund 90 Prozent aller registrierten Opfer stammen aus der Zivilbevölkerung. Unter ihnen befinden sich viele Kinder und Jugendliche, die häufig auf unscheinbare oder halb vergrabene Sprengkörper treten oder mit zurückgelassenen Kriegsresten in Kontakt kommen. Humanitäre Organisationen warnen seit Jahren, dass in zahlreichen Konfliktgebieten keine ausreichenden Räumprogramme existieren.
Einsatzländer: Iran, Nordkorea, Myanmar und Russland – zunehmend Hinweise auf die Ukraine
Der Bericht nennt mehrere Staaten, die weiterhin aktiv Landminen einsetzen, darunter:
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Iran
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Nordkorea
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Myanmar
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Russland
Außerdem gebe es wachsende Hinweise darauf, dass auch in der Ukraine Landminen zum Einsatz kommen – ein Befund, der vor allem im Kontext des anhaltenden Krieges besondere Brisanz besitzt.
Ausstieg aus dem Minenverbotsvertrag belastet internationale Bemühungen
Zu den Entwicklungen, die Fachleute mit großer Sorge betrachten, gehört auch der angekündigte Austritt mehrerer Staaten aus dem Ottawa-Übereinkommen, dem internationalen Vertrag zum Verbot von Anti-Personen-Minen. Neben der Ukraine planen auch:
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Estland
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Finnland
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Lettland
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Litauen
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Polen
aus dem Abkommen auszusteigen. Damit drohen zentrale Sicherheits- und Abrüstungsstandards weiter zu erodieren.
Ein tödliches Erbe von Kriegen – und eine wachsende Gefahr
Landminen bleiben oft jahrzehntelang aktiv und stellen ein tödliches Risiko für Menschen dar, die in betroffenen Gebieten leben oder dorthin zurückkehren. Räumteams arbeiten weltweit unter großen Gefahren, doch neue Konflikte führen dazu, dass immer mehr Minen gelegt werden, während alte Felder kaum vollständig beseitigt werden können.
Der Landminen-Monitor macht deutlich: Solange Staaten Minen einsetzen und internationale Verträge geschwächt werden, nimmt auch die Zahl der Opfer weiter zu. Humanitäre Organisationen fordern daher verstärkte internationale Anstrengungen, um Minenfelder zu räumen und die gefährliche Munition dauerhaft zu verbieten.