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Razzia in Spanien: Polizei befreit Hunderte exotische Tiere aus illegalem Tierheim

DavidClode (CC0), Pixabay

In Spanien haben Beamte der Guardia Civil eine groß angelegte Razzia in einem privaten Tierheim durchgeführt und dabei Hunderte exotische Tiere aus mutmaßlich illegaler Haltung befreit. Der Einsatz fand in der Provinz Ávila nordwestlich von Madrid statt. Die Ermittler sprechen von einem „besonders schweren Fall“, da das Tierheim offenbar ohne jede offizielle Genehmigung betrieben wurde und zudem Hinweise auf illegalen Handel mit den Tieren vorliegen.

Die Polizisten fanden bei der Durchsuchung eine Vielzahl gefährdeter oder geschützter Arten – darunter Landschildkröten, Leguane, Geckos, Schlangen und weitere Reptilien. Teilweise befanden sich die Tiere in engen Boxen oder provisorischen Terrarien, deren Zustand nicht den vorgeschriebenen Haltungsstandards entsprach. Veterinärteams, die den Einsatz begleiteten, begannen sofort damit, die Tiere medizinisch zu untersuchen und in sichere Einrichtungen zu bringen.

Betreiber des Tierheims war eine Organisation, die sich öffentlich als Tierschutzverein dargestellt hatte. Über soziale Netzwerke und Spendenplattformen bat sie regelmäßig um finanzielle Unterstützung und gab an, misshandelte oder ausgesetzte Tiere zu retten und zu pflegen. Doch nach Angaben der Guardia Civil entsprach dieses Bild keineswegs der Realität. Das angebliche Tierheim verfügte über keinerlei offizielle Erlaubnis, weder als Auffangstation noch als Zucht- oder Vermittlungseinrichtung. Zudem wurden keinerlei Register oder Dokumentationen geführt – ein klares Indiz dafür, dass die Tiere wahrscheinlich nicht nur gepflegt, sondern auch gehandelt wurden.

Die Ermittler vermuten, dass die Betreiber gezielt wertvolle oder seltene Arten sammelten, um sie weiterzuverkaufen. Exotische Reptilien gehören seit Jahren zu den am häufigsten illegal gehandelten Tierarten in Europa, da sie auf dem Schwarzmarkt hohe Preise erzielen können. Der Fund in Ávila reiht sich damit in eine Serie von Fällen ein, in denen vermeintliche Tierschutzeinrichtungen als Tarnung für illegale Geschäfte dienten.

Die Polizei hat die Räumlichkeiten versiegelt und die mutmaßlich Verantwortlichen identifiziert. Gegen sie laufen nun Ermittlungen wegen illegalen Tierhandels, fehlender Genehmigungen, Tierquälerei und Betrugs, da die Spendenaufrufe offenbar auf falschen Angaben basierten.

Die betroffenen Tiere wurden inzwischen auf spezialisierte Auffangstationen verteilt, wo sie medizinisch versorgt und artgerecht untergebracht werden. Die Guardia Civil kündigte an, die Bekämpfung des illegalen Handels mit Wildtieren weiter zu verstärken – denn der Markt wächst, besonders über Online-Plattformen, rasant.

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