Die Welle der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland macht auch vor der Hauptstadt keinen Halt. Mit der Simurgh GmbH aus Berlin-Hellersdorf und der smartspaces.gmbh aus Berlin-Spandau mussten am heutigen Tag zwei weitere Firmen Insolvenzanträge stellen. Die zuständigen Richter am Amtsgericht Charlottenburg erließen jeweils Sicherungsmaßnahmen und bestellten vorläufige Insolvenzverwalter.
Simurgh GmbH unter vorläufiger Insolvenzverwaltung gestellt
Im Verfahren über das Vermögen der Simurgh GmbH, mit Sitz in der Weißenfelser Straße 29, 12627 Berlin, wurde am 21. Oktober 2025 um 14:00 Uhr ein Beschluss zur Sicherung der Insolvenzmasse gefasst. Das Verfahren trägt das Aktenzeichen 3607 IN 4419/25.
Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Berliner Rechtsanwalt Christian Otto (Düsseldorfer Straße 38, 10707 Berlin) bestellt. Ihm obliegt es, die Vermögensverhältnisse der Schuldnerin zu sichern und deren wirtschaftliche Lage zu analysieren.
Zwangsvollstreckungsmaßnahmen wurden untersagt, Verfügungen der Gesellschaft sind nur noch mit Zustimmung des vorläufigen Verwalters möglich. Außerdem wurde die Verfügungsbefugnis über Konten und Außenstände entzogen. Die Geschäftspartner der GmbH wurden verpflichtet, Zahlungen nur noch an den Insolvenzverwalter zu leisten.
Die Simurgh GmbH war beim Amtsgericht Charlottenburg unter der Handelsregisternummer HRB 253185 registriert und wird von Geschäftsführer Mehmet Giçit vertreten.
smartspaces.gmbh: Verfügungsverbot und Kontosperrung
Auch bei der smartspaces.gmbh, mit Sitz auf dem Gelände Gebäude 127, Eiswerderstraße 16, 13585 Berlin, wurde am 21. Oktober 2025 ein Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Das zuständige Amtsgericht Charlottenburg erließ um 18:20 Uhr Sicherungsmaßnahmen unter dem Aktenzeichen 3614 IN 10243/25.
Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Frank Brachwitz (Karl-Heinrich-Ulrichs-Straße 24, 10785 Berlin) bestimmt. Auch in diesem Fall wurde der Schuldnerin jede Verfügung über ihre Bankkonten und Forderungen untersagt. Die Verwaltungsbefugnis liegt nun ausschließlich beim Insolvenzverwalter, der ebenfalls berechtigt ist, eingehende Gelder zu vereinnahmen und ein Sonderkonto zu führen.
Die smartspaces.gmbh wird vertreten durch Geschäftsführer Thomas Kukwa und ist beim Amtsgericht Charlottenburg unter HRB 237869 eingetragen.
Hintergrund
In beiden Fällen betonten die Gerichte die Pflicht der Unternehmen, mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter zu kooperieren, Einblicke in die Geschäftsbücher zu gewähren und sämtliche notwendigen Auskünfte zur wirtschaftlichen Lage zu erteilen. Die Maßnahmen sollen verhindern, dass die Vermögensmasse weiter geschmälert wird, bevor über die eigentliche Eröffnung der Insolvenzverfahren entschieden wird.
Mit diesen beiden Verfahren wächst die Liste der Berliner Unternehmen, die innerhalb weniger Tage Insolvenz anmelden mussten, weiter. Branchenübergreifend zeigt sich eine fragile Wirtschaftslage, die zunehmend auch kleinere und mittlere Unternehmen in der Hauptstadt trifft.