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Gefährlicher Trend: An Kröten zu lecken ist kein harmloser Trip – Toxikologe warnt vor lebensbedrohlichen Folgen

snibl111 (CC0), Pixabay

Was zunächst wie ein bizarrer Internettrend klingt, scheint nun auch in Deutschland angekommen zu sein: Menschen lecken an Kröten, um sich in einen Rauschzustand zu versetzen. Der vermeintliche „natürliche Trip“ kann jedoch schnell lebensgefährlich werden, warnt der Toxikologe Holger Barth.

Ein gefährlicher „Rausch aus der Natur“

Im Mittelpunkt steht das Gift bestimmter Krötenarten, das sogenannte Bufotenin, ein halluzinogener Stoff, der dem Wirkprinzip von LSD ähnelt. Etwa 30 Minuten nach dem Abschlecken setzt der Rausch ein – mit optischen Halluzinationen, Euphorie und veränderter Wahrnehmung. Doch der Preis für dieses Experiment kann hoch sein:

„Man weiß nie, wie stark die Konzentration der Giftstoffe im Sekret ist. Das kann im schlimmsten Fall zu Atemlähmung oder Herzstillstand führen“, warnt Barth.

Kein Gesetz, aber großes Risiko

In Deutschland ist der Besitz oder Handel mit Kröten nicht verboten – ihr Sekret fällt nicht unter das Betäubungsmittelgesetz. Dadurch werden sie teils sogar legal gehandelt, was den gefährlichen Reiz für Experimentierfreudige offenbar noch steigert.

Doch der scheinbar legale Status bedeutet keineswegs, dass der Konsum sicher wäre. Die Wirkung der Gifte schwankt je nach Art, Jahreszeit und Lebensraum der Kröte stark. Schon kleinste Mengen können toxisch wirken. Zudem enthalten die Sekrete kardiotoxische Substanzen, die das Herz massiv belasten.

Vom Internet-Hype zur Lebensgefahr

In sozialen Netzwerken kursieren seit einiger Zeit Videos und Erfahrungsberichte über das „Krötenlecken“, angelehnt an Praktiken indigener Kulturen in Südamerika, wo ähnliche Gifte rituell genutzt wurden. Doch während dort kontrollierte Dosierungen und medizinische Begleitung existieren, machen viele Neugierige hierzulande gefährliche Selbstversuche – oft ohne zu wissen, welche Art von Kröte sie überhaupt in den Händen halten.

Experten warnen eindringlich

Toxikologen und Mediziner raten dringend davon ab, Krötensekrete zu konsumieren – egal in welcher Form. Neben akuter Lebensgefahr drohen psychische Folgen wie Angstzustände, Panikattacken oder bleibende Wahrnehmungsstörungen.

Barth bringt es auf den Punkt:

„Kröten sind faszinierende Tiere, aber keine Drogenlieferanten. Wer an ihnen leckt, spielt buchstäblich mit seinem Leben.“

Fazit

Was als skurrile Mutprobe oder „natürlicher LSD-Trip“ kursiert, ist in Wahrheit ein toxischer Selbstversuch ohne Kontrolle oder Sicherheit. Der Grat zwischen Rausch und Notaufnahme ist dabei schmal – und endet im schlimmsten Fall tödlich.

Kurz gesagt: Wer an Kröten leckt, hat vielleicht Halluzinationen – aber ganz sicher keine gute Idee.

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