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„ChatGPT ist nicht Ihr Arzt“ – Epidemiologin warnt vor digitaler Selbstdiagnose

MOMO36H10 (CC0), Pixabay

Die Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Medizin nimmt weltweit rasant zu – doch Experten mahnen zur Vorsicht. Die griechische Epidemiologin Theodora Psaltopoulou, Professorin für Epidemiologie und Präventivmedizin an der Universität Athen, warnt davor, medizinische Ratschläge allein von digitalen Assistenten wie ChatGPT oder ähnlichen KI-Systemen zu beziehen.

In einem Interview mit ERTNews erklärte sie, dass immer mehr Patienten bereits mit den Ergebnissen einer „KI-Selbstdiagnose“ in die Arztpraxis kommen. „Viele Menschen suchen heute zuerst Rat bei künstlicher Intelligenz – und erst dann beim Arzt“, sagte Psaltopoulou. „Aber ChatGPT ist kein Arzt.“

🧠 KI in der Medizin – Fluch und Segen zugleich

Psaltopoulou räumte ein, dass KI eine Revolution in der Medizin ausgelöst habe. Sie ermögliche es, große Datenmengen zu analysieren, Diagnosen zu unterstützen und komplexe Informationen verständlich aufzubereiten. Doch sie betonte auch:

„Nur Ärztinnen und Ärzte können eine korrekte Diagnose stellen – weil sie die menschliche Note, Erfahrung und Intuition besitzen.“

Künstliche Intelligenz könne zwar ergänzend helfen, etwa bei der Informationssuche oder der Vorbereitung auf Arztgespräche. Sie dürfe aber nicht den Arztbesuch ersetzen. „KI kann Symptome analysieren, aber keine Patienten sehen, fühlen oder individuell verstehen“, so Psaltopoulou.

⚠️ Gefährliche Fehlinformationen durch unpersönliche Antworten

Ein zentrales Problem sieht die Epidemiologin in der fehlenden Personalisierung der Informationen.
„Jeder Patient ist anders. Was für den einen gilt, kann für den anderen gefährlich sein“, warnte sie.

KI-Modelle wie ChatGPT greifen auf Datenbanken zurück, die nicht immer aktuell oder medizinisch überprüft sind. Dadurch könnten falsche Empfehlungen entstehen – etwa zu Medikamenten, Wechselwirkungen oder Behandlungsformen.

„Selbst kleine Ungenauigkeiten können in der Medizin schwerwiegende Folgen haben“, sagte Psaltopoulou.

🧬 Zwischen Fortschritt und Verantwortung

Die Professorin hob hervor, dass die moderne Technologie bereits große Fortschritte ermögliche – etwa bei der schnelleren Diagnostik, der Patientendatenverwaltung und der präventiven Medizin. Dennoch sei die Arzt-Patient-Beziehung unersetzlich.

„Ärzte müssen die Informationen, die Patienten aus dem Internet mitbringen, ernst nehmen und verständlich einordnen“, erklärte sie. Nur so könne man Missverständnisse vermeiden und das Vertrauen in die Medizin stärken.

💉 Impfaufruf und aktuelle Lage

Am Rande des Interviews ging Psaltopoulou auch auf die aktuelle Gesundheitslage in Griechenland ein. Angesichts eines leichten Anstiegs der COVID-19-Fälle und der bevorstehenden Grippesaison rief sie die Bevölkerung zu Impfungen im Oktober und November auf.

„Die Impfstoffe sind bereits eingetroffen – es gibt spezielle Formulierungen für Kinder und ältere Menschen. Jeder sollte seinen Arzt konsultieren und sich impfen lassen“, betonte sie.

🤖 Fazit: KI ja – aber mit gesundem Menschenverstand

Künstliche Intelligenz kann die Medizin effizienter, schneller und zugänglicher machen – doch sie ersetzt weder Erfahrung noch Empathie.
Oder, wie es Professorin Psaltopoulou auf den Punkt brachte:

„ChatGPT kann Ihnen Informationen geben – aber kein Herz abhören.“ ❤️‍🩹

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