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Warnstreik bei Coca-Cola: Beschäftigte im Norden legen die Arbeit nieder – Gewerkschaft droht mit bundesweiter Streikwelle

evelynlo (CC0), Pixabay

Der Montagmorgen beginnt für Coca-Cola nicht prickelnd: In Niedersachsen und Schleswig-Holstein stehen die Fließbänder still. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat die Mitarbeitenden mehrerer Standorte zum Warnstreik aufgerufen – ein deutliches Signal an den Getränkeriesen, kurz vor der zweiten Tarifrunde die eigenen Angebote zu überdenken.

Seit 6 Uhr früh ruht in den Abfüllbetrieben in Hildesheim, Lüneburg und Mölln sowie am Logistikstandort Achim bei Bremen die Arbeit. Rund 1.200 Beschäftigte sind betroffen, allein in Hildesheim arbeiten etwa die Hälfte von ihnen. Die NGG rechnet mit rund 500 Teilnehmenden bei einer zentralen Streikkundgebung in Bremen am Vormittag.

💬 Gewerkschaft spricht von „Provokation“

Der Unmut der Beschäftigten ist groß. Hintergrund ist, dass Coca-Cola für das Jahr 2025 keine Lohnerhöhung vorsieht – und erst ab 2026 eine Steigerung um lediglich 1,5 Prozent in Aussicht gestellt hat. „Das ist eine Provokation“, sagt Lena Lange, Geschäftsführerin der NGG-Region Hannover.

Angesichts steigender Lebenshaltungskosten sei ein solcher Vorschlag nicht akzeptabel. Die Gewerkschaft fordert deshalb rückwirkend zum 1. September eine Lohnerhöhung von fünf Prozent sowie einen Sockelbetrag von 150 Euro monatlich. „Coca-Cola macht Milliardengewinne, aber beim Personal wird gespart – das passt nicht zusammen“, kritisierte Lange.

🪧 16 Stunden Stillstand – und kein Ende in Sicht

Die Arbeit soll an allen betroffenen Standorten für 16 Stunden ruhen – von Montagmorgen bis spät in die Nacht. Doch das könnte nur der Auftakt einer größeren Streikwelle sein: Die NGG kündigte an, die Aktionen auf ganz Deutschland ausweiten zu wollen, falls Coca-Cola in den Verhandlungen keine „deutliche Bewegung“ zeigt.

„Das Unternehmen darf nicht glauben, dass sich die Beschäftigten mit Almosen abspeisen lassen“, so Lange. Die NGG will mit den Warnstreiks den Druck auf die zweite Tarifrunde am 10. November erhöhen.

🏭 Coca-Cola bleibt bislang still

Coca-Cola selbst äußerte sich zunächst nicht ausführlich zu den Arbeitsniederlegungen. Unternehmenskreise verweisen jedoch darauf, dass die wirtschaftliche Lage herausfordernd sei – unter anderem wegen gestiegener Energie- und Rohstoffpreise. Gleichzeitig betont das Management, man wolle eine „faire und nachhaltige Lösung“ im Tarifkonflikt finden.

Für viele Beschäftigte klingt das allerdings nach leeren Versprechungen. „Während der Konzern weltweit Rekordumsätze meldet, stagnieren hierzulande die Löhne“, so ein Mitarbeiter aus Hildesheim. „Wir halten den Laden am Laufen – das sollte sich endlich auch im Gehalt widerspiegeln.“

⚖️ Stimmung im Betrieb: Gereizt, aber kämpferisch

Unter den Streikenden ist die Stimmung angespannt, aber entschlossen. Transparente mit Aufschriften wie „Ohne uns keine Cola!“ und „Fairer Lohn für harte Arbeit“ prägen das Bild der Kundgebung in Bremen.

Einige Mitarbeitende berichten von wachsendem Frust über Arbeitsbelastung und Preisdruck. Viele sehen in der Tarifauseinandersetzung nicht nur einen Kampf um Geld, sondern um Wertschätzung und Anerkennung.

🔮 Wie es weitergeht

Die zweite Verhandlungsrunde ist für den 10. November angesetzt. Sollte Coca-Cola bei seiner bisherigen Haltung bleiben, droht die NGG mit längeren und flächendeckenden Streiks – möglicherweise pünktlich zum Weihnachtsgeschäft, wenn die Nachfrage nach Softdrinks traditionell anzieht.

Bis dahin dürfte der Druck auf das Unternehmen steigen – sowohl in der Öffentlichkeit als auch in den eigenen Reihen. Der Konflikt um die Löhne bei Coca-Cola ist damit längst zu einem Symbol geworden: für den wachsenden Unmut in der deutschen Lebensmittelbranche – und für den Kampf um gerechte Bezahlung in Zeiten wachsender Gewinne und stagnierender Löhne.

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