Ein gefährliches Virus bedroht derzeit die heimische Hasen- und Kaninchenpopulation in Schleswig-Holstein. Besonders stark betroffen ist laut NDR-Bericht die Westküste, wo zahlreiche Fälle der Myxomatose festgestellt wurden. Die Krankheit verläuft in der Regel tödlich – sowohl bei Wildtieren als auch bei Hauskaninchen.
Hochansteckendes Virus mit dramatischen Folgen
Myxomatose ist eine durch ein Pockenvirus ausgelöste Krankheit, die ursprünglich aus Südamerika stammt und sich in Europa seit Jahrzehnten ausbreitet. Übertragen wird sie vor allem durch Stechmücken, Flöhe oder direkten Kontakt zwischen infizierten Tieren.
Infizierte Tiere zeigen zunächst geschwollene Augenlider, Nase und Genitalien, später kommt es zu Atemnot, Fieber und Erschöpfung. In den meisten Fällen endet die Erkrankung nach wenigen Tagen tödlich.
Gefahr auch für Haustiere
Tierärzte warnen eindringlich, dass das Virus auch für Hauskaninchen gefährlich ist. Besitzer sollten ihre Tiere impfen lassen und sie möglichst nicht ins Freie lassen, wenn in der Region Fälle gemeldet werden. Auch der Kontakt zu Wildkaninchen sollte strikt vermieden werden.
„Die Krankheit ist nicht auf den Menschen übertragbar, aber sie richtet in der Tierwelt erhebliche Schäden an“, erklärt ein Sprecher des Landestierärztlichen Dienstes Schleswig-Holstein.
Rückgang der Wildbestände befürchtet
Naturschützer schlagen Alarm: Besonders in den Küsten- und Marschgebieten seien bereits auffällig viele tote Tiere gefunden worden. Die Sorge wächst, dass sich die Krankheit weiter nach Osten ausbreitet und damit ganze Wildbestände gefährdet.
Jäger und Tierschützer werden gebeten, verdächtige Tierfunde sofort zu melden, damit die Verbreitung besser dokumentiert und eingedämmt werden kann.
Schutzmaßnahmen dringend empfohlen
Für Kaninchenhalter gilt:
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Impfung gegen Myxomatose dringend durchführen
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Tiere in geschlossenen Gehegen halten
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Insektenschutz durch Netze oder spezielle Fallen nutzen
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Kontakt mit Wildtieren vermeiden
Die Myxomatose erinnert aktuell daran, wie anfällig selbst robuste Wildtierbestände für eingeschleppte Viruskrankheiten sind – und wie wichtig Vorsorge und Monitoring auch im Bereich des Naturschutzes bleiben.