Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt eindringlich vor betrügerischen Aktivitäten in mehreren WhatsApp-Gruppen, die unter dem Namen „Acadian Aktien Business School“ auftreten. Betroffen sind unter anderem die Gruppen:
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„Acadian Aktien Business School B303“,
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„Acadian Aktien Business School A-462“,
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„Acadian Global Vision Aktien – Gruppe A211“.
Nach Erkenntnissen der BaFin werden diese Gruppen nicht von dem US-Unternehmen Acadian Asset Management betrieben, sondern von unbekannten Personen, die den Namen des seriösen Vermögensverwalters missbrauchen, um Anleger in betrügerische Handelsaktivitäten zu locken.
Im Mittelpunkt der Masche stehen die Apps „AAMIAN“ und „AAMIAN Max“, über die Anlegerinnen und Anleger zum Handel mit Finanzprodukten verleitet werden. Die BaFin hat den Verdacht, dass die Betreiber ohne Erlaubnis Bankgeschäfte oder Finanzdienstleistungen anbieten.
Falsche Mitarbeiter und professionell inszenierte WhatsApp-Gruppen
Laut BaFin geben sich die mutmaßlichen Betrüger als Mitarbeiter von Acadian Asset Management aus – insbesondere als ein angeblicher „David Fisk“ und seine Assistentin „Emily“. In den WhatsApp-Gruppen teilen sie vermeintlich exklusive Insiderinformationen, Schulungsmaterialien und Aktienempfehlungen, um Vertrauen bei den Mitgliedern aufzubauen.
Die Kommunikation wirkt professionell: Es werden Webinare, tägliche Marktanalysen und Check-In-Aktionen angeboten. Ziel ist es, Anlegerinnen und Anleger schrittweise zu überzeugen, Geld über die AAMIAN-Plattformen zu investieren.
Typischer Ablauf der Betrugsmasche
Die BaFin beschreibt den Ablauf der Täuschung anhand vergleichbarer Fälle in mehreren Phasen:
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Anwerbung über Social Media:
Über Plattformen wie Facebook, Instagram oder YouTube werden Anzeigen geschaltet, die mit kostenlosen Aktien-Tipps oder Finanzkursen werben. Interessierte werden aufgefordert, einer WhatsApp-Gruppe beizutreten. -
Vertrauensaufbau durch „Finanzexperten“:
In der Gruppe präsentiert sich ein vermeintlicher Börsenexperte – oft unterstützt von einer Assistentin – als Mentor. Es werden „Lerninhalte“ und Marktanalysen geteilt, um Seriosität zu vermitteln. -
Einführung eines „innovativen Anlagesystems“:
Nach einer gewissen Zeit wird den Mitgliedern ein neues Finanzsystem vorgestellt – meist eine eigene App oder Handelsplattform. Dort sollen sich hohe Gewinne durch Aktien- oder Krypto-Handel erzielen lassen. -
Lockangebote und Gewinnspiele:
Um Teilnehmer zur Registrierung zu bewegen, werden Gewinnspiele, Boni oder Testkonten angeboten. Erste kleinere Testauszahlungen dienen dazu, Vertrauen zu schaffen. -
Einzahlungen und zunehmender Druck:
Anleger werden gebeten, höhere Beträge zu investieren – oft über ausländische Konten oder Kryptowährungen. In der Folge sind Auszahlungen kaum oder gar nicht mehr möglich. -
Verschwinden der Plattformen:
Schließlich werden Websites und Apps abgeschaltet, Domains geändert oder Kontakte blockiert. Das investierte Geld ist in der Regel verloren.
Kein Bezug zu Acadian Asset Management – reiner Identitätsmissbrauch
Die BaFin stellt klar:
„Es besteht kein Zusammenhang zwischen den WhatsApp-Gruppen oder den Apps ‚AAMIAN‘ und ‚AAMIAN Max‘ und dem real existierenden Unternehmen Acadian Asset Management mit Sitz in Boston.“
Es handelt sich eindeutig um Identitätsmissbrauch, um den guten Ruf des US-Vermögensverwalters zu nutzen und Anleger zu täuschen.
Unerlaubte Finanzgeschäfte und fehlende Zulassung
Nach deutschem Recht dürfen Finanz-, Wertpapier- oder Kryptowerte-Dienstleistungen nur mit Erlaubnis der BaFin angeboten werden. Anbieter ohne Zulassung handeln illegal. Die BaFin empfiehlt daher, vor jeder Investition zu prüfen, ob ein Unternehmen in der BaFin-Unternehmensdatenbank registriert ist.
Rechtliche Grundlage der Warnung
Die Information der BaFin stützt sich auf:
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§ 37 Absatz 4 Kreditwesengesetz (KWG) und
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§ 10 Absatz 7 Kryptomärkteaufsichtsgesetz (KMAG).
Diese Paragraphen erlauben es der Behörde, öffentlich vor nicht genehmigten Anbietern und potenziellen Betrugsplattformen zu warnen.
Fazit: Professionell getarnter Betrug im Chatformat
Der Fall der „Acadian Aktien Business School“ zeigt, wie professionell organisierte Betrugsnetzwerke inzwischen soziale Medien und Messenger-Dienste nutzen, um Anleger in die Falle zu locken. Durch geschickte Kommunikation, falsche Expertenfiguren und realistisch wirkende Apps werden Opfer systematisch getäuscht.
Die BaFin warnt:
„Vertrauen Sie keine Investmentangebote, die über WhatsApp-Gruppen oder Messenger-Dienste verbreitet werden. Solche Kanäle werden zunehmend von Betrügern genutzt.“
Anleger, die bereits Zahlungen über AAMIAN oder AAMIAN Max geleistet haben, sollten keine weiteren Überweisungen tätigen, sämtliche Kontakte abbrechen und sich umgehend an die Polizei oder Verbraucherzentrale wenden.