In den kommenden Nächten dürfen sich Himmelsbeobachterinnen und -beobachter auf gleich zwei eindrucksvolle Naturereignisse freuen: Ein besonders großer „Supermond“ und der Sternschnuppenstrom der Draconiden werden am Himmel zu sehen sein – vorausgesetzt, das Wetter spielt mit.
Wie Uwe Pilz, Vorsitzender der Vereinigung der Sternfreunde, mitteilte, wird der Mond in der Nacht als besonders großer und heller Vollmond erscheinen. Der sogenannte Supermond entsteht, wenn der Erdtrabant der Erde auf seiner elliptischen Umlaufbahn besonders nahekommt. Dann wirkt er bis zu 14 Prozent größer und rund 30 Prozent heller als bei einem durchschnittlichen Vollmond.
Seine größte Erdnähe erreicht der Mond am Dienstagmorgen um 5.48 Uhr, wenn er sich in einer Entfernung von 359.706 Kilometern zur Erde befindet. „Der Mond wird die ganze Nacht über zu sehen sein – zumindest, wenn keine Wolken die Sicht behindern“, so Pilz.
Allerdings, so betonen Astronomen, handelt es sich noch nicht um den größten Supermond des Jahres – dieser wird erst in einigen Wochen erwartet, wenn der Abstand zur Erde noch etwas geringer ist. Dennoch bietet das aktuelle Ereignis eine hervorragende Gelegenheit, den Nachthimmel zu beobachten oder beeindruckende Fotos zu machen.
Sternschnuppen der Draconiden erreichen ihren Höhepunkt
Zeitgleich können Beobachter auch auf die Sternschnuppen der Draconiden hoffen. Dieser Meteorstrom, dessen Ursprung auf den Kometen 21P/Giacobini-Zinner zurückgeht, erreicht seinen Höhepunkt am 8. Oktober. Die Draconiden scheinen aus dem Sternbild Drache (Draco) zu kommen und sind besonders in den Abendstunden sichtbar – im Gegensatz zu vielen anderen Meteorströmen, die meist erst nach Mitternacht beobachtet werden können.
Zwar erwarten Experten in diesem Jahr keinen außergewöhnlich starken Meteorregen, doch auch einzelne helle Sternschnuppen können für spektakuläre Momente sorgen. Wer eine davon entdeckt, darf sich der alten Tradition zufolge etwas wünschen.
Tipps zur Beobachtung
Für die beste Sicht empfiehlt es sich, Orte mit geringer Lichtverschmutzung aufzusuchen – etwa ländliche Gegenden oder freie Felder abseits von Städten. Ein Fernglas oder Teleskop ist nicht notwendig: Sowohl der Supermond als auch die Draconiden sind mit bloßem Auge sichtbar.
Warme Kleidung und Geduld lohnen sich, denn insbesondere bei den Sternschnuppen variiert die Aktivität stark. „Am schönsten ist es, wenn man sich einfach zurücklehnt, die Augen an die Dunkelheit gewöhnt und den Himmel auf sich wirken lässt“, rät Pilz.
Damit erwartet Sternfreunde in diesen Tagen ein besonderes Naturschauspiel – eine Kombination aus dem strahlenden Supermond und den flüchtigen Lichtspuren der Draconiden, die den Herbsthimmel erhellen.