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Klimaklage gegen die Niederlande: Inselbewohner von Bonaire ziehen vor Gericht

jorono (CC0), Pixabay

Die niederländische Karibikinsel Bonaire hat den juristischen Schritt gewagt: Mehrere Einwohner haben gemeinsam mit Greenpeace die niederländische Regierung verklagt – wegen unzureichender Maßnahmen zum Schutz vor den Folgen des Klimawandels.

Zu den Klägern gehören ein Landwirt, ein Gefängnisaufseher und ein Lehrer – drei Menschen, die den Klimawandel täglich spüren. Sie schildern, wie steigende Temperaturen, anhaltende Dürren und zunehmende Überschwemmungen ihre Lebensgrundlage bedrohen. Auf Bonaire, das zum Königreich der Niederlande gehört, trocknen immer häufiger Felder aus, Trinkwasser wird knapp, und Küstenabschnitte werden durch den steigenden Meeresspiegel regelrecht weggespült.

Die Kläger argumentieren, dass die Niederlande als verantwortlicher Staat zu wenig tun, um ihre Bürger in den sogenannten „besonderen Gemeinden“ der Karibik – Bonaire, St. Eustatius und Saba – vor den Folgen der Klimakrise zu schützen. Zwar sind die Inseln seit 2010 offiziell Teil der Niederlande, doch viele Bewohnerinnen und Bewohner beklagen, dass sie politisch vernachlässigt werden.

Greenpeace unterstützt die Klage finanziell und rechtlich. Die Umweltorganisation wirft Den Haag vor, „mit zweierlei Maß“ zu messen: Während auf dem europäischen Festland Milliarden in Deichbau, Hochwasserschutz und Energiewende fließen, bleibe der Klimaschutz in den Karibikgebieten weitgehend aus.

„Die niederländische Regierung schützt Amsterdam vor dem steigenden Meer, aber nicht Bonaire“, sagte eine Sprecherin von Greenpeace Niederlande.

Juristisch knüpft die Klage an den bekannten „Urgenda-Fall“ an, in dem der niederländische Oberste Gerichtshof 2019 die Regierung verpflichtete, ihre CO₂-Emissionen stärker zu senken. Die Kläger hoffen nun auf ein ähnliches Urteil – diesmal im Namen jener, die an der Frontlinie der Klimakrise leben.

Bonaire gilt als besonders verwundbar: Die Insel liegt nur wenige Meter über dem Meeresspiegel, Korallenriffe sterben ab, und Trinkwasserreserven werden durch den Klimawandel immer salziger.

Mit der Klage will die Insel nicht nur Entschädigungen oder neue Gesetze erzwingen, sondern auch ein Bewusstsein für globale Klimagerechtigkeit schaffen: Die kleinsten und ärmsten Regionen der Welt tragen die größten Lasten, obwohl sie am wenigsten zur Erderwärmung beigetragen haben.

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