Die Filmwelt verliert einen der ganz Großen: Robert Redford, Schauspieler, Regisseur, Produzent und Gründer des Sundance-Festivals, ist im Alter von 89 Jahren friedlich im Schlaf verstorben. Das bestätigte seine Agentin Cindi Berger am Dienstag. Die Legende des US-amerikanischen Kinos hinterlässt ein beispielloses Lebenswerk – vor und hinter der Kamera.
Ein Gesicht für die Ewigkeit – und ein Verstand für mehr
Blondes Haar, wacher Blick, das verschmitzte Lächeln: Robert Redford war das Sinnbild des amerikanischen Leinwandhelden. Doch sein Wirken ging weit über das Äußere hinaus. In einer Karriere, die mehr als sechs Jahrzehnte umspannte, wurde er nicht nur zum Publikumsliebling, sondern auch zum Vordenker des politischen Kinos und zur Ikone des Independent-Films.
Sein Durchbruch kam in den späten 1960er Jahren. Filme wie „Butch Cassidy and the Sundance Kid“ (1969) und „The Way We Were“ (1973) mit Barbra Streisand machten ihn zum Superstar. Doch Redford ruhte sich nie auf seinem Ruhm aus. Mit dem Watergate-Thriller „All the President’s Men“ (1976) zeigte er früh, dass er nicht nur Geschichten, sondern auch Verantwortung erzählen wollte.
Vom Leading Man zum Regie-Oscar
Den Gipfel erklomm er als Regisseur: Für das Familiendrama „Ordinary People“ (1980) erhielt er den Oscar – ein bewegendes Debüt, das auch den Preis für den besten Film gewann. Er wurde damit zu einem der wenigen Stars, denen der erfolgreiche Sprung hinter die Kamera gelang.
Sundance: Das Vermächtnis eines Visionärs
Mit der Gründung des Sundance Institute und dem gleichnamigen Filmfestival 1981 veränderte Redford die Filmwelt ein zweites Mal – diesmal abseits des Rampenlichts. Er gab jungen, unabhängigen Talenten eine Bühne, lange bevor „Indie“ ein Trend wurde. Quentin Tarantino, Steven Soderbergh, Chloé Zhao – viele verdanken ihren Karrierestart dem Sundance-Festival. Redford wurde zum Patriarchen des Independent-Kinos.
Sein spätes Werk: Still, stark, eindrucksvoll
Ob als verlassener Segler im minimalistischen Drama „All Is Lost“ (2013) oder als charmanter alter Bankräuber in „The Old Man and the Gun“ (2018) – Redford blieb auch im Alter ein außergewöhnlicher Darsteller. Für letzteren Film kündigte er seinen endgültigen Abschied von der Schauspielerei an: „Ich hatte eine lange, erfüllte Karriere. Jetzt ist es Zeit, loszulassen.“
Privat: Eine Liebe aus Hamburg
Seit 2009 war Redford mit der deutschen Künstlerin Sibylle Szaggars verheiratet. Kennengelernt hatte er sie in den 1990er Jahren im Sundance Mountain Resort, die Hochzeit fand in Hamburg statt. Das Paar lebte zuletzt zurückgezogen in Utah. Aus seiner ersten Ehe mit Lola Van Wagenen brachte Redford vier Kinder mit in die Beziehung.
Ehre, wem Ehre gebührt
Redford erhielt im Laufe seines Lebens nahezu jede Auszeichnung, die die Branche zu vergeben hat: Oscar, Golden Globes, Baftas – und 2002 einen Ehrenoscar für sein Lebenswerk. 2016 ehrte ihn US-Präsident Barack Obama mit der Presidential Medal of Freedom, der höchsten zivilen Auszeichnung der Vereinigten Staaten.
Ein stiller Abschied
Robert Redford ist nun gegangen – leise, wie er lebte, wenn das Rampenlicht aus war. Sein Werk, sein Mut zur Haltung und seine Leidenschaft für das Erzählen werden bleiben. Hollywood verneigt sich.
Robert Redford (1936–2025)
Ein Leben für den Film – ein Erbe für die Ewigkeit.