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Fall Block: Razzia bei Ex-BND-Chef August Hanning – Ermittlungen wegen Entführungs- und Verleumdungsverdachts

GraphicMama-team / Pixabay

Eine spektakuläre Wendung im Kriminalfall rund um die mutmaßliche Kindesentführung aus dem Umfeld der Steakhaus-Erbin Christina Block: Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat am Dienstagmorgen eine Razzia gegen den ehemaligen Präsidenten des Bundesnachrichtendienstes (BND), August Hanning (79), sowie einen weiteren hochrangigen Beschuldigten durchgeführt.

Die Vorwürfe haben es in sich: Geplanter Kindesentzug, Rufmord, internationale Verstrickungen – und mittendrin ein früherer Spitzenbeamter des deutschen Auslandsgeheimdienstes.

Ex-BND-Chef im Visier der Ermittler

Laut einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft Hamburg sollen Hanning und ein ehemaliger LKA-Beamter aus Hamburg im Jahr 2022 als Verantwortliche einer privaten Sicherheitsfirma einen gescheiterten Entführungsversuch zweier Kinder geplant haben. Die Kinder stammen aus der Ehe von Christina Block, Unternehmerin und Erbin der bekannten Steakhauskette „Block House“, und ihrem ehemaligen Partner, mit dem sie sich in einem erbitterten Sorgerechtsstreit befand.

Anschwärzen durch „Schmutzkampagne“

Doch damit nicht genug: Die Ermittler gehen laut Presseerklärung auch dem Verdacht einer gezielten Schmutzkübelkampagne nach. Hanning, der frühere Polizist, Christina Block selbst sowie Mitarbeiter einer israelischen Sicherheitsfirma sollen versucht haben, den Kindsvater und dessen Anwalt öffentlich zu diskreditieren – unter anderem durch erfundene Vorwürfe im Bereich des sexuellen Missbrauchs.

Ziel dieser Aktion sei es offenbar gewesen, die Glaubwürdigkeit des Vaters zu untergraben – möglicherweise, um das Sorgerecht auf gerichtlichem Weg neu zu beeinflussen.

13 Objekte durchsucht – auch in der Schweiz

Im Zuge der umfangreichen Ermittlungen wurden am Dienstag 13 Objekte in mehreren Bundesländern sowie in der Schweiz durchsucht. Darunter befanden sich acht Wohn- und Geschäftsräume der Beschuldigten, aber auch Adressen sogenannter „Nichtverdächtiger“, wie die Staatsanwaltschaft präzisierte. Ziel sei es, Beweismittel zu sichern, die die mutmaßlichen Abläufe und Absprachen dokumentieren.

Beteiligt an der Aktion waren neben Ermittlern der Hamburger Justiz auch Spezialkräfte und internationale Ermittlungsbehörden. Die Koordination mit der Schweiz erfolgte offenbar im Rahmen bestehender Rechtshilfeabkommen.

Wer ist August Hanning?

Der heute 79-jährige August Hanning war von 1998 bis 2005 Präsident des Bundesnachrichtendienstes und anschließend Staatssekretär im Bundesinnenministerium. Er galt lange Zeit als einflussreiche Figur in der deutschen Sicherheitsarchitektur und war zuletzt in der Sicherheitsbranche tätig – offenbar mit Verbindungen zu privaten Auftragsfirmen.

Dass ein ehemaliger BND-Chef nun im Zusammenhang mit einem zivilrechtlichen Familienstreit ins Fadenkreuz der Justiz gerät, ist beispiellos.

Christina Block bislang nicht offiziell Beschuldigte

Ob Christina Block selbst zur Liste der Beschuldigten gehört, ließ die Staatsanwaltschaft offen. Jedoch wurde ihre direkte Mitwirkung an den mutmaßlichen Aktionen durch die Ermittler ausdrücklich erwähnt. Ihr Name taucht im Zusammenhang mit dem Entführungsversuch sowie der geplanten Rufmordkampagne auf.

Ein Sprecher der Familie Block ließ eine Anfrage bislang unbeantwortet. Die Unternehmerin hatte sich in der Vergangenheit öffentlich zu familiären Konflikten geäußert, war jedoch zu konkreten Vorwürfen stets schweigsam geblieben.

Fazit: Ein Fall, der Kreise zieht

Der Fall Block entwickelt sich zunehmend zu einem Justizkrimi mit hoher politischer und gesellschaftlicher Brisanz: Ein ehemaliger Geheimdienstchef, ein Familienstreit, dubiose Sicherheitsfirmen, internationale Verwicklungen – und nun auch die Justiz, die aufklären will, ob ehemalige Machtstrukturen in einem Privatkonflikt missbraucht wurden.

Die Ermittlungen stehen offenbar noch am Anfang. Klar ist aber: Der Name August Hanning wird künftig weniger mit dem Schutz deutscher Interessen als mit einem mutmaßlichen Skandal von internationalem Ausmaß verbunden sein.

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