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Stromunfall bei Bahnanlage: 15-Jähriger in Lebensgefahr – ÖBB warnt eindringlich vor Leichtsinn

Banger978 (CC0), Pixabay

Ein tragischer Zwischenfall in der Nacht auf Samstag erschüttert die Gemeinde Maria Saal (Kärnten): Ein 15-jähriger Jugendlicher erlitt bei einem Stromunfall auf einem abgestellten Güterwaggon schwere Verletzungen und befindet sich derzeit in Lebensgefahr. Der Unfall ereignete sich, als mehrere Jugendliche auf dem Heimweg von einer Veranstaltung unerlaubt Bahnanlagen betraten.

Laut Polizei waren die Jugendlichen gegen 2.00 Uhr auf einem Bahnbegleitweg unterwegs, als zwei der Gruppe auf einen Güterwaggon kletterten. Einer von ihnen stieg weiter auf den Container auf dem Waggon, während der andere im Kupplungsbereich stehen blieb. Sekunden später kam es zu einer Explosion: Der Jugendliche auf dem Container wurde offenbar durch Annäherung an die 15.000 Volt führende Hochspannungsleitung vom Strom erfasst. Er blieb schwer verletzt liegen, sein Begleiter blieb unverletzt.

Rettungseinsatz unter schwierigen Bedingungen

Die übrigen Jugendlichen hörten den lauten Knall und verständigten sofort den Notruf – ohne zu wissen, dass zwei aus ihrer Gruppe auf den Waggon geklettert waren. Der Zugverkehr wurde umgehend gesperrt, da das Gelände wegen des elektrischen Gefahrenpotenzials nicht betreten werden durfte, bis ein Einsatzleiter der ÖBB die Freigabe erteilte.

Der Verletzte wurde von Feuerwehr und Polizei vom Container geborgen, notärztlich erstversorgt und zunächst ins Klinikum Klagenfurt gebracht. Aufgrund der Schwere der Verletzungen wurde er später ins Uniklinikum Graz verlegt, wo er weiterhin um sein Leben kämpft. Ein Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes betreute die anwesenden Jugendlichen.

Im Einsatz standen die Feuerwehren Maria Saal, St. Michael/Zollfeld und Stegendorf mit insgesamt 25 Kräften.

ÖBB warnt eindringlich: „Schon die Nähe reicht“

Die ÖBB reagierte erschüttert auf den Vorfall. Pressesprecherin Rosanna Zernatto-Peschel betonte die unsichtbare Gefahr der Oberleitungen:

„Man sieht den Strom nicht, man riecht ihn nicht, man hört ihn nicht – und trotzdem herrschen dort 15.000 Volt. Schon die Annäherung ohne Berührung kann tödlich enden.“

Die ÖBB appelliert besonders an Jugendliche, sich niemals leichtsinnig Bahnanlagen zu nähern oder Waggons zu betreten. Selbst geschulte Fachkräfte halten mindestens vier Meter Abstand zur Oberleitung. Der Vorfall sei ein trauriges Beispiel dafür, wie schnell ein Moment der Unüberlegtheit zu einer lebensbedrohlichen Situation führen kann.

Mahnung an Schulen und Eltern

Experten und Einsatzkräfte fordern nun, die Sicherheitsaufklärung an Schulen zu intensivieren und Eltern stärker zu sensibilisieren. In sozialen Medien kursieren immer wieder Videos von gefährlichen Mutproben auf Bahnanlagen – die Risiken werden jedoch massiv unterschätzt.

Der betroffene Jugendliche kämpft aktuell um sein Leben – und erinnert eindringlich daran, wie verheerend die Folgen eines einzigen Fehltritts in der Nähe von Bahnstromleitungen sein können.

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