Die Deutsche Bahn hat ihre Pünktlichkeitsquote im Fernverkehr im August leicht verbessern können. Nach Unternehmensangaben erreichten 59,6 Prozent der Züge ihre Halte planmäßig oder mit einer Verspätung von weniger als sechs Minuten. Damit waren allerdings immer noch 40,4 Prozent der Fernzüge zu spät unterwegs. Im Juli lag der Anteil der verspäteten Züge sogar noch bei 43,9 Prozent.
Baustellen und Störungen belasten den Verkehr
Als Hauptursachen für die anhaltend hohen Verspätungswerte nannte die Bahn neben zahlreichen Störungen im Betriebsablauf vor allem die vielen Baustellen auf dem Schienennetz. Auch externe Faktoren spielten eine Rolle: So hatten etwa die Brandanschläge bei Duisburg den Verkehr erheblich beeinträchtigt und zu Zugausfällen sowie Umleitungen geführt.
Ziel: Deutliche Verbesserung bis 2025
Der scheidende Bahnchef Richard Lutz räumte ein, dass die derzeitige Quote unbefriedigend sei, stellte aber eine deutliche Verbesserung in Aussicht. Für das Jahr 2025 peilt die Deutsche Bahn eine Pünktlichkeitsquote von 65 bis 70 Prozent im Fernverkehr an. Grundlage dafür soll ein umfangreiches Sanierungs- und Investitionsprogramm sein, das unter anderem eine Generalsanierung stark befahrener Korridore vorsieht.
Langfristige Herausforderungen
Trotz leichter Verbesserungen bleibt die Bahn damit unter großem Druck. Gerade im Sommer, in dem viele Reisende auf die Schiene angewiesen sind, sorgen hohe Verspätungswerte regelmäßig für Unmut bei den Fahrgästen. Branchenexperten betonen, dass die anstehenden Bauarbeiten zwar kurzfristig zusätzliche Belastungen bringen werden, langfristig aber Voraussetzung für einen stabileren Betrieb und höhere Zuverlässigkeit seien.
Fahrgastperspektive
Verbraucherschützer fordern, dass die Bahn neben Infrastrukturmaßnahmen auch die Kundeninformation und Entschädigungsregelungen weiter verbessert. Für die Fahrgäste zählt am Ende weniger die Statistik als die Frage, ob sie pünktlich ans Ziel kommen – und ob sie sich auf die Bahn als Alternative zum Auto oder Flugzeug verlassen können.