In Rom könnte sich ein Stück Stadtgeschichte wiederholen: Bis in die 1970er-Jahre war es für viele Römer ganz selbstverständlich, im Tiber schwimmen zu gehen. Heute erscheint die Vorstellung eher abwegig – der Fluss gilt als verschmutzt, das Baden ist verboten. Doch das soll sich nach dem Willen der Stadt ändern.
Bürgermeister kündigt großes Ziel an
Roms Bürgermeister Roberto Gualtieri stellte am Rande einer Veranstaltung im italienischen Pavillon der Expo 2025 in Osaka ein ambitioniertes Projekt vor: In spätestens fünf Jahren soll der Tiber wieder so sauber sein, dass dort offiziell gebadet werden kann. Gualtieri sprach von einem „wichtigen Signal für die Lebensqualität der Stadt“ und verwies auf die symbolische Bedeutung des Flusses für die Römerinnen und Römer.
Vom Badeort zum Problemfluss
Noch vor wenigen Jahrzehnten galt der Tiber als natürlicher Badeort mitten in der Metropole. Generationen von Römern haben hier schwimmen gelernt – bis steigende Verschmutzung, mangelnde Wasserqualität und Sicherheitsbedenken die Nutzung unmöglich machten. Heute kämpft die Stadt vor allem mit illegalen Abwässern, Müll und einer schwachen Infrastruktur rund um den Fluss.
Herausforderungen und Chancen
Damit das Vorhaben Realität wird, sind umfangreiche Investitionen in die Wasseraufbereitung und den Gewässerschutz notwendig. Experten betonen, dass neben technischen Maßnahmen auch strengere Kontrollen gegen illegale Einleitungen entscheidend sein werden. Gleichzeitig sehen Umweltschützer im Projekt eine Chance, die Stadt ökologisch und touristisch aufzuwerten.
Symbol für Lebensqualität
Gualtieri machte deutlich, dass es nicht nur um die Möglichkeit geht, im Sommer im Fluss zu schwimmen, sondern auch um eine „Rückeroberung des Tibers“ als Herzstück der Stadt. Ein sauberes Gewässer würde die Lebensqualität verbessern, das Stadtbild aufwerten und Rom international als Beispiel für nachhaltige Stadtentwicklung positionieren.
Ob das Ziel innerhalb von fünf Jahren erreicht werden kann, bleibt offen – doch schon jetzt ist klar: Der Tiber könnte von einem Problemfall wieder zu einem Symbol des urbanen Lebensgefühls werden.