Eine neue Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Red C im Auftrag des National Youth Council of Ireland (NYCI) zeichnet ein alarmierendes Bild: Drei von fünf jungen Menschen unter 25 Jahren erwägen, Irland zu verlassen. Fast jeder Dritte denkt sogar ernsthaft darüber nach, im Ausland ein neues Leben zu beginnen – vor allem, um eine bessere Lebensqualität zu finden.
Lebenshaltungskosten als Hauptgrund
Die Ergebnisse machen deutlich, dass die hohe Belastung durch die Lebenshaltungskosten die größte Sorge der jungen Generation ist. Besonders die Wohnungskrise in Irland wirkt sich dramatisch auf ihr Leben aus:
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82 Prozent der Befragten zwischen 18 und 24 Jahren fühlen sich von den steigenden Kosten direkt und negativ betroffen.
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84 Prozent sind der Ansicht, dass sie von der Wohnungsnot unverhältnismäßig stark getroffen werden.
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Unter Vollzeitstudierenden gaben sogar 94 Prozent an, dass Miete und Unterkunft ihre größte finanzielle Belastung darstellen.
Weitere finanzielle Herausforderungen
Neben den Mietpreisen nannten junge Menschen auch andere Bereiche, die ihr Leben zunehmend erschweren: hohe Studiengebühren, steigende Kosten für Lebensmittel und Alltagsgüter sowie Probleme beim Zugang zu einer bezahlbaren Gesundheitsversorgung.
NYCI fordert politische Maßnahmen
Der Jugendrat reagierte auf die Studienergebnisse mit klaren Forderungen. In einer veröffentlichten Haushaltsvorlage verlangt die Organisation ein entschlosseneres Handeln der Regierung:
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Angleichung der Arbeitslosenunterstützung für unter 25-Jährige an das Niveau älterer Anspruchsberechtigter.
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Abschaffung des Jugendmindestlohns, der derzeit unter dem allgemeinen Mindestlohn liegt.
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Dauerhafte Senkung der Studiengebühren, um Bildung erschwinglicher zu machen.
„Hier geht es nicht nur um Not, sondern auch darum, dass junge Menschen das Gefühl haben, dass Irland kein Ort mehr ist, an dem sie eine Zukunft aufbauen können“, erklärte Kathryn Walsh, Direktorin für Politik und Interessenvertretung beim NYCI. Der Haushalt 2026 müsse deshalb ein „Wendepunkt“ werden.
Walsh betonte weiter: „Junge Menschen sind überall mit finanziellem Druck konfrontiert. Wir müssen aufhören, sie wegen ihres Alters zu bestrafen. Die Angleichung der Sozialhilfesätze und die Abschaffung des Mindestlohns sind nicht nur wirtschaftliche Maßnahmen, sondern auch ein Ausdruck von Fairness.“
Repräsentative Umfrage
Für die Studie wurden 1.004 Personen befragt. Die Stichprobe wurde nach Alter, Geschlecht und Region repräsentativ gewichtet. Damit spiegeln die Ergebnisse die Stimmungslage unter Irlands junger Bevölkerung besonders deutlich wider.