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Handy auf dem Klo: Deutschlands heimlicher Lieblingsort fürs Scrollen

Clker-Free-Vector-Images (CC0), Pixabay

Das Smartphone ist für viele längst zum verlängerten Arm des Alltags geworden – und anscheinend auch der stille Ort bleibt davon nicht verschont. Eine aktuelle YouGov-Umfrage im Auftrag der dpa zeigt: Mehr als die Hälfte der Erwachsenen in Deutschland nutzt ihr Handy regelmäßig auf der Toilette.

Wer scrollt da eigentlich?

  • 54 Prozent der Erwachsenen nehmen das Handy mit ins Badezimmer.

  • Unter den 25- bis 34-Jährigen sind es sogar über 80 Prozent – eine klare Mehrheit.

  • Männer (58 Prozent) sind etwas häufiger dabei als Frauen (49 Prozent).

Damit wird deutlich: Besonders die jüngere Generation empfindet das Smartphone nicht mehr als Zusatz, sondern als festen Bestandteil der Routine – selbst in Momenten, die eigentlich „privat“ sind.

Typische Nutzung: Von Insta bis Breaking News

Die Toilette wird laut Umfrage vor allem für drei digitale Tätigkeiten genutzt:

  • 53 Prozent scrollen in sozialen Netzwerken.

  • 36 Prozent lesen Nachrichten.

  • Andere schreiben Nachrichten, shoppen oder schauen Videos.

Das Handy ersetzt damit alte Klassiker: Früher war es die Tageszeitung oder die Rätselzeitschrift, heute ist es der Social-Media-Feed.

Zwischen Entspannung und Risiko

  • Psychologisch: Für viele ist das Handy auf dem Klo ein Moment der Abschottung – man gönnt sich ein kleines Stück Ruhe und Unterhaltung.

  • Sozial: Das zeigt aber auch, wie schwer es vielen fällt, sich von ständiger Erreichbarkeit zu lösen.

  • Hygienisch: Ärzte warnen, dass Smartphones Keimschleudern sind. In Verbindung mit der Toilette ergibt das ein unappetitliches Risiko.

Gesellschaft im Dauer-Scroll-Modus

Die Umfrage legt offen, dass es kaum noch Räume ohne Smartphone gibt. Selbst das Badezimmer, früher der Ort für Privatsphäre, wird zum digitalen Mini-Büro oder zur Entertainment-Zone. Kritiker sehen darin ein Zeichen der Abhängigkeit: Offline-Zeiten schrumpfen, die digitale Welt bleibt allgegenwärtig.

Fazit

Das stille Örtchen ist nicht mehr still. Während früher Zeitung, Kreuzworträtsel oder einfach Nachdenken auf dem Programm standen, dominiert heute das Smartphone. Das mag praktisch sein – doch es wirft auch die Frage auf: Gibt es überhaupt noch Orte, an denen wir wirklich offline sind?

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