Die Hausarzt-Dichte in Deutschland hat sich in den vergangenen zehn Jahren nahezu nicht verändert. Nach aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes betreute ein Hausarzt im Jahr 2024 im Durchschnitt 1.264 Patienten. Bereits 2014 lag dieser Wert auf einem nahezu identischen Niveau. Damit bleibt die Zahl der Hausärzte im Verhältnis zur Bevölkerung trotz steigender Anforderungen weitgehend konstant.
Regionale Unterschiede
Am besten ist die Versorgung nach wie vor in Bayern, wo die Hausarzt-Dichte am höchsten ist. Am wenigsten Ärzte pro Einwohner gibt es hingegen in Brandenburg. Die regionalen Unterschiede sind teils erheblich, was sich besonders im ländlichen Raum bemerkbar macht. Dort klagen Patienten schon heute über weite Anfahrtswege und längere Wartezeiten.
Altersstruktur verschärft die Lage
Ein wachsendes Problem ist die Altersstruktur: Viele Hausärzte sind bereits über 60 Jahre alt und nähern sich dem Ruhestand. Besonders in den ostdeutschen Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen liegt der Anteil dieser Altersgruppe bei etwas über 30 Prozent. Ohne ausreichend Nachwuchsmediziner drohen hier mittelfristig erhebliche Versorgungslücken.
Politische Herausforderung
Die Daten zeigen, dass trotz Bemühungen um eine bessere Verteilung von Ärzten und Anreizen für Landarztpraxen die Grundversorgung in Deutschland auf einem kritischen Niveau stagniert. Fachverbände fordern daher stärkere Maßnahmen, um junge Mediziner für die Allgemeinmedizin zu gewinnen und die Versorgung gerade in ländlichen Regionen langfristig zu sichern.