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Spitzbergens Gletscher verlieren gigantische Mengen Eis – Forscher schlagen Alarm

NaomiBooth (CC0), Pixabay

Die Gletscher auf Spitzbergen, dem arktischen Archipel nördlich von Norwegen, befinden sich in einer dramatischen Schmelzphase. Forscher der Universität Oslo haben berechnet, dass allein im vergangenen Sommer rund ein Prozent der gesamten Eismasse Spitzbergens verloren gegangen ist – das entspricht über 61 Millionen Gigatonnen Eis.

Ein Verlust in nie dagewesenem Ausmaß

Nach Angaben der Wissenschaftler handelt es sich um den größten Eisverlust seit Beginn der systematischen Beobachtungen. Damit wurde alles übertroffen, was zuvor an Schmelzintensität dokumentiert wurde. Besonders besorgniserregend sei, dass diese Entwicklung nicht als einmalige Ausnahme, sondern als Teil eines beschleunigten Trends zu werten sei.

Vergleich mit Grönland verdeutlicht Dimension

Zum Vergleich: Auch Grönland verlor im selben Zeitraum etwa die gleiche Eismenge. Doch die Dimensionen sind nicht annähernd vergleichbar – die Eisfläche Grönlands ist etwa 50 Mal größer als die von Spitzbergen. Dass beide Regionen ähnliche Mengen Eis verlieren, zeigt nach Einschätzung der Forscher, wie stark das arktische Klima inzwischen aus dem Gleichgewicht geraten ist.

Folgen für Meeresspiegel und Ökosysteme

Die anhaltende Eisschmelze hat weitreichende Konsequenzen. Einerseits trägt sie direkt zum globalen Meeresspiegelanstieg bei, andererseits verändert sie die Ökosysteme in der Arktis:

  • Der Lebensraum für Tierarten wie Eisbären und Walrosse wird knapper.

  • Durch die zusätzliche Süßwassermenge verändert sich die Salinität der Meere, was wiederum Auswirkungen auf Strömungen und die marine Nahrungskette haben kann.

  • Auch die Erwärmung der Ozeane wird verstärkt, da weniger Eisflächen Sonnenstrahlung reflektieren (Albedo-Effekt).

Warnung der Wissenschaft

Die Forscher der Universität Oslo sehen die Schmelze als weiteren drastischen Beleg für den fortschreitenden Klimawandel. Sollte sich der Trend fortsetzen, könnte Spitzbergen in den kommenden Jahrzehnten große Teile seiner Gletscherlandschaft unwiderruflich verlieren.

„Wir beobachten eine Entwicklung, die uns eigentlich Jahrzehnte später erwartet hätte“, erklärte ein Sprecher des Forschungsteams. „Die Geschwindigkeit der Eisschmelze zeigt, dass die Erderwärmung in den Polarregionen bereits heute außer Kontrolle gerät.“

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