Die deutschen Kunststoff-Verpackungsunternehmen haben nach dem Scheitern der jüngsten UN-Verhandlungen einen Neustart der Gespräche über ein globales Plastikabkommen gefordert. Der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands der Kunststoffverpackungsindustrie, Martin Engelmann, sagte im MDR, es müsse jetzt darum gehen, sich auf konkrete Maßnahmen zu konzentrieren, bei denen ein internationaler Konsens möglich sei.
Fokus auf Recycling-Quoten
Als Beispiel nannte Engelmann Recycling-Quoten für Plastik. Solche verbindlichen Vorgaben könnten helfen, die weltweite Plastikflut einzudämmen, ohne dass die Verhandlungen an zu hohen oder unrealistischen Forderungen scheitern. „Überzogene Erwartungen blockieren den Fortschritt“, betonte er. Stattdessen solle man zunächst pragmatische Schritte vereinbaren, die von allen Staaten mitgetragen werden könnten.
Kritik von Umweltschützern
Die Umweltorganisation BUND Thüringen widersprach dieser Sichtweise und forderte strengere Vorgaben auf nationaler und europäischer Ebene. Nur klare Regeln könnten verhindern, dass der Plastikverbrauch weiter steigt. „Wenn wir immer nur den kleinsten gemeinsamen Nenner suchen, bleibt am Ende zu wenig übrig, um das Problem wirklich zu lösen“, erklärte ein Sprecher.
UN-Verhandlungen ohne Ergebnis
Die UN-Verhandlungen über ein weltweites Plastikabkommen waren gestern ohne Ergebnis beendet worden. Ziel war es, einen verbindlichen Rahmen zu schaffen, um die Plastikproduktion zu reduzieren und das Recycling weltweit auszubauen. Streitpunkte waren unter anderem die Frage, ob es globale Obergrenzen für die Plastikproduktion geben soll und wie streng verbindliche Regelungen ausgestaltet werden.
Bedeutung für Deutschland
Deutschland zählt zu den größten Verbrauchern von Plastikverpackungen in Europa. Entsprechend groß ist das Interesse der Branche, international einheitliche Spielregeln zu schaffen, um Wettbewerbsnachteile zu vermeiden. Gleichzeitig wächst der Druck von Umweltverbänden und der Politik, die Kunststoffflut wirksam einzudämmen.