Die Zoll- und Finanzgewerkschaft sieht in der Friseur- und Kosmetikbranche einen wachsenden Schwerpunkt bei der Bekämpfung illegaler Beschäftigung und Schwarzarbeit. Der Vorsitzende der Gewerkschaft, Thomas Liebel, hat sich in einem Interview mit dem MDR deutlich für die angekündigten Maßnahmen der Bundesregierung ausgesprochen, die Branche künftig stärker ins Visier zu nehmen.
Laut Liebel häufen sich die Hinweise auf Missstände, insbesondere in sogenannten Barbershops. Der dort herrschende massive Preisdruck begünstige nicht nur unfaire Wettbewerbsbedingungen, sondern öffne auch Tür und Tor für illegale Beschäftigung. „Viele dieser Betriebe arbeiten am Rande der Legalität oder darüber hinaus“, so Liebel. Die Abrechnung laufe häufig bar, was es einfach mache, Umsätze zu verschleiern und Steuern zu hinterziehen.
Die Gewerkschaft sieht dringenden Handlungsbedarf: Neben der besseren personellen Ausstattung des Zolls fordert Liebel gezielte Schwerpunktkontrollen, mehr Aufklärung sowie eine engere Zusammenarbeit zwischen Behörden. Dabei gehe es nicht nur um den Schutz der Sozialkassen, sondern auch um faire Arbeitsbedingungen und den Erhalt legal arbeitender Betriebe.
Auch die Deutsche Steuer-Gewerkschaft unterstützt das Vorhaben. Deren Vorsitzender, Florian Köbel, betonte, dass die Missbrauchsgefahr in der Friseur- und Kosmetikbranche aufgrund der hohen Bargeldanteile besonders groß sei. Köbel begrüßt daher die geplante Intensivierung der Prüf- und Kontrollmaßnahmen ausdrücklich.
Die Bundesregierung plant, noch in diesem Jahr ein Maßnahmenpaket vorzulegen, das gezielte Kontrollen, bessere Datenanalysen und verstärkte Sanktionen gegen Schwarzarbeit vorsieht. Die Aussagen der Gewerkschaften zeigen, dass der politische Vorstoß in der Praxis auf breite Unterstützung stößt.