In Südkorea spitzt sich ein politisch brisanter Justizfall zu: Die Staatsanwaltschaft hat einen Haftbefehl gegen die frühere First Lady Kim Keon Hee beantragt. Der Ehefrau des ehemaligen Präsidenten Yoon Suk Yeol werden Bestechung sowie Beteiligung an einer Aktienmanipulation vorgeworfen.
Die Ermittler werfen der 52-Jährigen konkret vor, sich unrechtmäßig Vorteile verschafft zu haben – offenbar im Zusammenhang mit börsennotierten Unternehmen. Einzelheiten zu den Vorwürfen und Beweisen wurden bislang nicht veröffentlicht, doch Beobachter in Seoul sprechen bereits von einem beispiellosen Vorgang in der politischen Geschichte des Landes.
Sollte der Haftbefehl umgesetzt werden, wäre Kim Keon Hee die erste ehemalige First Lady Südkoreas, die gleichzeitig mit ihrem Ehemann inhaftiert wäre. Der Ex-Präsident sitzt bereits wegen Amtsmissbrauchs und anderer Vergehen in Untersuchungshaft.
Südkorea hat eine lange Geschichte juristischer Aufarbeitung politischer Skandale – mehrere frühere Präsidenten wurden bereits verurteilt. Der mögliche Doppelfall Yoon-Kim aber wäre ein Novum und könnte die politische Landschaft des Landes langfristig beeinflussen. Die Entscheidung des Gerichts über den Haftbefehl wird mit Spannung erwartet.