Ein Erdbeben der Stärke 5,7 hat in der Nacht zum Dienstag Teile der Karibikregion erschüttert und zahlreiche Menschen in der Dominikanischen Republik sowie im benachbarten Puerto Rico aus dem Schlaf gerissen. Nach Angaben der US-Erdbebenwarte (USGS) lag das Epizentrum rund 38 Kilometer südöstlich der Stadt Boca de Yuma an der Südostküste der Dominikanischen Republik. Das Beben ereignete sich in einer Tiefe von etwa 168 Kilometern unter der Erdoberfläche.
Keine Schäden gemeldet – aber spürbare Erschütterungen
Trotz der relativ hohen Magnitude gibt es bislang keine Berichte über Verletzte oder Sachschäden. Aufgrund der großen Tiefe des Erdbebens wurden die Erschütterungen zwar in weiten Teilen der Region wahrgenommen, jedoch blieb die zerstörerische Wirkung offenbar aus. In sozialen Netzwerken berichteten Anwohner über wackelnde Möbel, klirrendes Geschirr und panikartige Reaktionen in einigen Wohngebieten.
Zweites Beben in kurzer Zeit
Bereits am Montag hatte ein weiteres Erdbeben die Region erschüttert: Ein Beben der Stärke 4,1 wurde nahe der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince registriert. Auch bei diesem Ereignis blieben größere Schäden aus, dennoch sorgt die Häufung seismischer Aktivität für Verunsicherung in der Bevölkerung.
Karibik als seismisch aktive Zone
Die Karibik gehört zu den tektonisch aktiven Regionen der Welt, da mehrere Erdplatten – darunter die Karibische, Nordamerikanische und Eurasische Platte – in diesem Raum aufeinandertreffen. Besonders Haiti, die Dominikanische Republik und Puerto Rico waren in der Vergangenheit immer wieder von teils schweren Erdbeben betroffen. Das verheerendste Beben der jüngeren Geschichte traf Haiti im Januar 2010 – damals kamen über 200.000 Menschen ums Leben.
Vorsichtsmaßnahmen und Beobachtung
Die Behörden beobachten die Lage weiterhin aufmerksam, auch wenn keine Tsunami-Warnung ausgegeben wurde. Seismologen weisen darauf hin, dass Erdbeben dieser Tiefe zwar selten katastrophale Schäden anrichten, aber Vorboten weiterer seismischer Aktivität sein könnten. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, weiterhin wachsam zu bleiben und sich mit den örtlichen Notfallplänen vertraut zu machen.