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USA: Zwei führende NOAA-Beamte suspendiert – Verbindung zu „Sharpiegate“-Ermittlungen

PaliGraficas (CC0), Pixabay

Zwei hochrangige Mitarbeiter der US-amerikanischen Wetter- und Ozeanografiebehörde NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) wurden am Donnerstag überraschend beurlaubt. Die Suspendierungen erfolgen nur wenige Tage vor der entscheidenden Senatsanhörung zur Nominierung von Neil Jacobs als neuer NOAA-Administrator – einem zentralen Akteur der umstrittenen „Sharpiegate“-Affäre aus dem Jahr 2019.

Die betroffenen Beamten sind Steve Volz, Leiter der Satellitenabteilung der NOAA, und Jeff Dillen, stellvertretender Justiziar der Behörde. Beide hatten die interne Untersuchung zur mutmaßlichen Verletzung der wissenschaftlichen Integritätsrichtlinien durch Jacobs während „Sharpiegate“ geleitet.

Hintergrund: Als Trump den Wetterbericht veränderte

Im September 2019 sorgte Präsident Trump für Aufsehen, als er eine Wetterkarte zu Hurrikan Dorian mit einem schwarzen Sharpie-Stift manipulierte, um fälschlich zu zeigen, dass der Sturm auch Alabama bedrohen würde. Die damalige NOAA-Führung stellte sich öffentlich hinter die Darstellung des Präsidenten – entgegen den Daten des National Weather Service. Die interne Untersuchung ergab später, dass Jacobs und ein weiterer Beamter gegen die wissenschaftliche Integrität verstoßen hatten.

Plötzliche Suspendierung wirft Fragen auf

Die offiziellen Gründe für die aktuellen Suspendierungen wurden bislang nicht vollständig offengelegt. Laut einem Schreiben an Volz, das CNN vorliegt, geht es um eine nicht näher bezeichnete „Untersuchung zu seinem Verhalten“. Im Fall Dillens verweist eine NOAA-Sprecherin auf eine interne Leistungsüberprüfung.

Brisant ist, dass beide Beamte laut NOAA-internen Quellen ausschließlich durch Sharpiegate miteinander verbunden sind. Kritiker vermuten deshalb politischen Druck im Vorfeld der Abstimmung über Jacobs’ Nominierung am 30. Juli im Senatsausschuss für Wissenschaft und Handel.

Interner Umbau und sinkende Moral

Volz galt als einer der erfahrensten zivilen Führungskräfte der NOAA und war maßgeblich an der Entwicklung neuer Wettersatelliten beteiligt. Er setzte sich für öffentlich finanzierte Satellitenmissionen ein, anstatt sich primär auf private Anbieter zu verlassen. Die Leitung seiner Abteilung übernimmt nun Irene Parker, eine enge Vertraute von Neil Jacobs.

Die Vorgänge fallen in eine Zeit, in der die NOAA mit Budgetkürzungen, Personalabbau und sinkender Mitarbeitermoral zu kämpfen hat. Besonders nach dem jüngsten Hochwasser in Texas wurde die Leistungsfähigkeit des Wetterdienstes öffentlich hinterfragt – unter anderem wegen unbesetzter Stellen beim National Weather Service.


Fazit

Ob Zufall oder gezielte Reaktion: Die Suspendierung zweier führender NOAA-Beamter, die gegen den aktuellen Administrator-Kandidaten ermittelt hatten, wirft kurz vor einer politisch sensiblen Personalentscheidung neue Fragen zur Unabhängigkeit wissenschaftlicher Behörden unter der Trump-Regierung auf.

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