Pastor Daniel Fuentes Espinal (54), ein Vater von drei Kindern und langjähriges Mitglied der Gemeinde in Easton, wurde diese Woche von der US-Einwanderungsbehörde ICE verhaftet. Der aus Honduras stammende Mann hatte laut Angaben von ICE im Jahr 2001 mit einem sechsmonatigen Besuchervisum die USA betreten – und war seitdem im Land geblieben.
Fuentes Espinal, der nie eine Straftat begangen hat und seit 15 Jahren als ehrenamtlicher Pastor in der Kirche Iglesia del Nazareno Jesus Te Ama tätig ist, wurde auf dem Weg zur Arbeit von ICE-Beamten angehalten und ohne Angabe eines Grundes festgenommen. Er wurde zunächst in Maryland festgehalten und dann in ein Abschiebezentrum in Winnfield, Louisiana verlegt.
Familie in Sorge – Gemeinde protestiert
Seine Tochter Clarissa Fuentes Diaz beschreibt die Festnahme als Schock für die gesamte Familie. Seine Frau, mit der er seit Teenagerjahren verheiratet ist, leidet unter seiner Abwesenheit: „Sie fragt sich ständig, ob er etwas zu essen bekommen hat.“
Fuentes arbeitete in der Baubranche, engagierte sich in der Gemeinde und bot Bedürftigen regelmäßig Essen, Kleidung und Unterkunft. Freunde und Gemeindemitglieder beschreiben ihn als „Säule der Gemeinschaft“ und betonen, dass er niemals etwas im Gegenzug verlangte.
Politische Reaktionen – Kritik an Trumps Abschiebepolitik
Die Verhaftung des Pastors reiht sich ein in eine Welle von verstärkten Abschiebungen unter der zweiten Trump-Regierung, die laut Kritikern nicht nur Kriminelle, sondern auch langjährige, gut integrierte Immigranten trifft.
Mehrere demokratische Abgeordnete aus Maryland, darunter Senator Chris Van Hollen und die Repräsentanten Sarah Elfreth und Glenn Ivey, kritisierten das Vorgehen scharf:
„Dies ist kein gefährlicher Krimineller, sondern ein Mann des Glaubens, der sich um andere kümmert“, heißt es in einem Brief an das Heimatschutzministerium.
Van Hollen ergänzte: „Diese Politik terrorisiert unsere Gemeinden.“
Rechtslage und Ausblick
Fuentes Espinal wartet derzeit in Louisiana auf eine Anhörung vor einem Einwanderungsrichter, bei der er Kaution beantragen will. Zwei bereits angesetzte Termine mussten wegen seines Ortswechsels verschoben werden. Die Familie hat inzwischen einen Anwalt engagiert und ein GoFundMe-Spendenkonto gestartet, um Anwalts- und Lebenshaltungskosten zu decken.
Inzwischen haben Dutzende Unterstützer:innen aus der Gemeinde Briefe verfasst, um seine Freilassung zu erwirken. „Er hat sein Leben dem Dienst an anderen gewidmet“, sagte Familienfreund Len Foxwell. „Dies ist nicht das, was Trump versprochen hat. Das ist schlicht unmenschlich.“