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US-Regierung schiebt langjährige Einwohnerin nach Laos ab – in ein Land, das sie nie ihr Zuhause nannte

jorono (CC0), Pixabay

Die US-amerikanische Einwanderungsbehörde ICE hat Ma Yang, eine in Wisconsin lebende Mutter von fünf Kindern, nach Laos abgeschoben – in ein Land, das sie nie betreten hatte, dessen Sprache sie nicht spricht und dessen Staatsbürgerschaft sie nicht besitzt.

Yang, 37 Jahre alt und Angehörige der ethnischen Minderheit der Hmong, wurde in einem thailändischen Flüchtlingslager geboren und kam im Alter von acht Monaten mit ihrer Familie in die Vereinigten Staaten. Ihre Eltern waren vor Verfolgung durch das kommunistische Regime in Laos geflohen, nachdem sie im sogenannten „Geheimkrieg“ auf Seiten der USA gegen Nordvietnam gekämpft hatten.

Trotz jahrzehntelangen Aufenthalts in den USA als dauerhafte Einwohnerin (Green Card Holder) wurde Yang im Februar 2025 bei einem vorzeitigen Termin im ICE-Büro in Milwaukee festgenommen. Zwei Wochen später wurde sie abgeschoben – nach einem früheren Drogendelikt, für das sie bereits eine Haftstrafe verbüßt hatte.

Deportationen nach Südostasien nehmen deutlich zu

Seit dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump zu Beginn seiner zweiten Amtszeit haben laut Menschenrechtsgruppen die Abschiebungen von Flüchtlingen und ehemaligen Straftätern aus Südostasien deutlich zugenommen. In den Monaten nach dem Regierungswechsel wurden laut der NGO „Vo Danh“ rund 300 Menschen nach Vietnam und 80 nach Laos abgeschoben – ein massiver Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren.

Einige Betroffene, wie Ma Yang, besitzen keine gültige Staatsbürgerschaft in ihren Herkunftsländern und gelten somit als staatenlos. Yang wurde in Laos lediglich ein provisorischer Ausweis ausgestellt, ein Verfahren zur Anerkennung als Staatsbürgerin könnte sich über ein Jahr hinziehen.

Ein Schicksal geprägt von Krieg, Armut und schwierigen Entscheidungen

Ma Yang wuchs in einer kinderreichen Familie in Milwaukee auf und war zeitweise selbst Opfer häuslicher Gewalt. Nach einer schwierigen Jugend baute sie sich mit ihrem Lebensgefährten Michael Bub ein stabiles Familienleben auf. Gemeinsam erzogen sie ihre Kinder und pflegten Yangs kranke Mutter.

Ein Drogendelikt im Jahr 2022 – das sie nach eigenen Angaben aus wirtschaftlicher Not und auf Anraten eines Familienmitglieds beging – veränderte ihr Leben radikal. Wegen des Delikts verlor sie ihr Aufenthaltsrecht, obwohl sie ihre Strafe bereits verbüßt hatte.

Rechtliche und moralische Kritik an Trumps Einwanderungspolitik

Menschenrechtsorganisationen wie das Southeast Asia Resource Action Center kritisieren die Abschiebungspolitik als unverhältnismäßig und unmenschlich. Viele Betroffene seien ehemalige Kriegsflüchtlinge mit langjähriger Bindung an die USA – Familien, die in den USA ihre Existenz aufgebaut haben.

„Diese Menschen sind Amerikaner in allem außer im Besitz eines Passes“, sagte Direktorin Quyen Dinh.
„Wenn die USA Kriegsflüchtlinge aufnehmen, müssen sie auch die langfristige Verantwortung übernehmen.“

Die Familie von Ma Yang versucht derzeit, über Spendenaktionen juristische Hilfe zu finanzieren, um ihre Rückkehr in die USA zu ermöglichen.


Trennung unter Schmerzen

Während Yang in der laotischen Hauptstadt Vientiane versucht, sich ein Leben in völliger Fremde aufzubauen, kämpfen ihre Kinder und ihr Partner in Wisconsin mit dem plötzlichen Verlust. Ihre zwölfjährige Tochter sagte, sie wolle an einer Anti-Trump-Demonstration teilnehmen – aus Protest gegen die Politik, die ihre Familie auseinandergerissen hat.

„Ich will nicht vergessen werden“, sagte Yang im Interview mit CNN. „Ich werde bis zum Ende für meinen Fall kämpfen.“

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