Sie sehen aus wie Diesel, riechen wie Diesel – sind es aber nicht: Die Rede ist von Designer-Kraftstoffen, einer Mischung aus Diesel und anderen Flüssigkeiten, die steuerlich anders deklariert werden. Mit diesem Trick umgehen Betrüger die Energiesteuer, verursachen enorme Schäden für den Fiskus und riskieren Motorschäden bei ahnungslosen Autofahrern.
Wie funktioniert der Betrug?
Die Masche ist raffiniert: Statt reinen Diesel zu verkaufen, mischen die Täter billigere Produkte wie Heizöl oder andere chemische Komponenten bei. Diese Mischungen werden dann unter fantasievollen Namen als „Sonderkraftstoff“ oder „Additiv-Kraftstoff“ angeboten. Der Vorteil für die Täter: Auf diese Produkte fallen deutlich geringere Steuern an als auf Diesel. Wird der Mix jedoch in Autos genutzt, erfüllt er faktisch die Funktion von Diesel – und genau das macht die Praxis illegal.
Schaden in Millionenhöhe – Ermittler schlagen Alarm
Erst im Juni gelang europäischen Ermittlern ein großer Erfolg: Die Europäische Staatsanwaltschaft zerschlug einen internationalen Betrügerring, der in mehreren EU-Staaten aktiv war – darunter Deutschland, Belgien, Ungarn, Lettland, Litauen, Polen und die Slowakei. In Sachsen-Anhalt wurde ein Tatverdächtiger festgenommen. Der geschätzte Steuerschaden: über 200 Millionen Euro.
Laut einer Auswertung der Generalzolldirektion ist Deutschland aufgrund seiner geografischen Lage das bedeutendste Transitland für diese illegalen Kraftstoffe. Besonders betroffen sind die östlichen und südlichen Regionen Deutschlands, allen voran Sachsen-Anhalt und angrenzende Bundesländer.
Gefahr für Verbraucher und Motoren
Die Verwendung solcher gestreckten Gemische kann nicht nur zu Leistungsverlust führen, sondern auch langfristige Schäden am Motor verursachen. Zudem riskieren Fahrer, die wissentlich oder unwissentlich Designer-Kraftstoff tanken, strafrechtliche Konsequenzen.
Woran können Verbraucher den Betrug erkennen?
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Auffällig günstige Preise: Liegt der Preis weit unter dem üblichen Diesel-Niveau, ist Vorsicht geboten.
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Fehlende Deklaration: Seriöse Tankstellen geben klar an, was verkauft wird.
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Unbekannte Marken oder Anbieter: Betrüger nutzen oft kleine, mobile Tankstellen oder Zwischenhändler.
Fazit
Designer-Kraftstoffe sind kein harmloser Trick, sondern organisierte Steuerkriminalität. Sie schadet dem Staatshaushalt massiv und bringt Verbraucher in Gefahr. Die Behörden wollen ihre Kontrollen verschärfen – doch der lukrative Schwarzmarkt boomt weiter.