Das Auswärtige Amt hat seine Reisehinweise für Südostasien deutlich verschärft und rät nun dringend von Reisen in die Grenzregion zwischen Thailand und Kambodscha ab. Hintergrund ist die erneute Eskalation des seit Jahrzehnten schwelenden Grenzkonflikts zwischen den beiden Nachbarländern. Über den Kurznachrichtendienst X forderte das Ministerium alle deutschen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger in der Region auf, unbedingt den Anweisungen der lokalen Sicherheitskräfte zu folgen und sich regelmäßig über die aktuelle Lage in den Medien zu informieren.
Hintergrund: Schüsse und Luftangriffe im Grenzgebiet
Der Grenzstreit, der seinen Ursprung in der Kolonialzeit hat, ist am Donnerstag in eine gefährliche Phase eingetreten. Nach thailändischen Angaben sollen kambodschanische Soldaten das Feuer auf eine thailändische Militärbasis eröffnet haben. Thailand reagierte mit Luftangriffen und dem Einsatz von Kampfjets. Offiziellen Berichten zufolge gibt es mindestens einen Toten und mehrere Verletzte. Kambodscha hingegen beschuldigt Thailand, den ersten Schuss abgegeben zu haben.
Gefahr für Reisende
Da die Lage vor Ort sehr unübersichtlich ist, kann es jederzeit zu weiteren Gefechten oder auch zu Sperrungen wichtiger Verkehrswege kommen. Grenzübergänge sind bereits teilweise geschlossen, die Bewegungsfreiheit in den betroffenen Regionen stark eingeschränkt. Auch für Touristinnen und Touristen besteht ein hohes Risiko, in militärische Auseinandersetzungen oder Kontrollmaßnahmen zu geraten.
Langer Konflikt mit historischem Ursprung
Die Spannungen zwischen beiden Ländern schwelen seit vielen Jahrzehnten. Besonders umstritten ist der Grenzverlauf im Bereich des Preah-Vihear-Tempels, einer historischen Stätte, die sowohl für Thailand als auch für Kambodscha von kultureller und strategischer Bedeutung ist. Der Internationale Gerichtshof entschied zwar bereits 1962 zugunsten Kambodschas, dennoch gibt es bis heute keine vollständige Einigung.
Empfehlung des Auswärtigen Amts
Deutsche Staatsbürger in Thailand oder Kambodscha sollen sich umgehend in die Krisenvorsorgeliste „ELEFAND“ eintragen, den Kontakt zu den deutschen Auslandsvertretungen halten und unnötige Reisen in die Grenzregion vermeiden. Wer bereits vor Ort ist, sollte sichere Unterkünfte aufsuchen und Menschenansammlungen sowie Grenzbereiche unbedingt meiden.