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Berkeley-Professor in Athen erschossen – Ermittlungen wegen mutmaßlichen Auftragsmords

jarmoluk (CC0), Pixabay

Der international anerkannte Wirtschaftswissenschaftler Przemyslaw Jeziorski ist am 4. Juli in einem Vorort von Athen erschossen worden. Der 43-jährige Professor der University of California, Berkeley, hielt sich in Griechenland auf, um seine Kinder zu besuchen und an einer Sorgerechtsanhörung teilzunehmen.

Nach Angaben der griechischen Polizei wurde Jeziorski am späten Nachmittag in der Wohngegend Agia Paraskevi von einem maskierten Täter aus nächster Nähe erschossen. Sieben Schüsse wurden aus einer 9mm-Pistole abgefeuert – sie trafen ihn tödlich in Hals und Brust. Der Täter floh unerkannt zu Fuß vom Tatort.

Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Die Behörden schließen einen geplanten Mordanschlag nicht aus. Ein leitender Ermittler sprach gegenüber Medien von Hinweisen auf ein mögliches Auftragsverbrechen. Auch familiäre Hintergründe würden geprüft – man ermittle „in alle Richtungen“.

Familie fordert Aufklärung – Polizei unter Druck

Da der Täter nach über einer Woche weiterhin flüchtig ist, fordern Angehörige und Freunde des Opfers verstärkte Anstrengungen der Behörden. „Unsere Familie ist am Boden zerstört. Wir tun alles, damit Gerechtigkeit geschieht,“ erklärte Jeziorskis Bruder Łukasz Jeziorski, der eine Spendenkampagne zur Rückführung der Leiche in die Heimat Polen gestartet hat.

Zeugen berichteten von einem Mann in schwarzer Kleidung und Maske, der sich dem Professor zu Fuß näherte und ohne Vorwarnung schoss. „Es war laut – wie eine Explosion“, sagte eine Anwohnerin gegenüber lokalen Medien.

Berkeley trauert um engagierten Wissenschaftler

Jeziorski war Professor für Marketing an der renommierten Haas School of Business der UC Berkeley. In einer Mitteilung der Universität wurde er als „hochgeschätzter Lehrer, brillanter Forscher und großartiger Mensch“ gewürdigt. In über 13 Jahren unterrichtete er mehr als 1.500 Studierende im Bereich Datenanalyse und Wirtschaft.

„Die Nachricht von seinem Tod hat uns zutiefst erschüttert. Przemek war ein Teil unserer akademischen Familie – sein Engagement, seine Energie und seine Freundlichkeit werden uns sehr fehlen,“ erklärte Jenny Chatman, Dekanin der Business School.

Jeziorski war auf quantitatives Marketing und die Ökonomie digitaler Märkte spezialisiert. Er veröffentlichte regelmäßig in führenden Fachzeitschriften und engagierte sich weltweit für Projekte zur finanziellen Inklusion. Auch als Gründer eines Start-ups im Bereich Kurzzeitvermietung war er unternehmerisch aktiv.

Hintergrund weiterhin unklar

Der Tatort liegt nur wenige Meter vom Haus seiner ehemaligen Partnerin entfernt – einen Tag zuvor hatte Jeziorski eine Sorgerechtsverhandlung besucht. Ob ein Zusammenhang besteht, ist bislang unklar. Die griechische Polizei hält sich mit weiteren Details bedeckt.

Die Ermittlungen dauern an. Die Familie, Freunde und Kollegen hoffen nun auf baldige Aufklärung – und darauf, dass der brutale Mord an einem engagierten Wissenschaftler, Vater und Kollegen nicht ungesühnt bleibt.

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