Am 21. Juni haben die Vereinigten Staaten drei bedeutende iranische Atomanlagen mit einem groß angelegten Luftschlag zerstört. Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums kamen dabei erstmals sogenannte „Bunkerbrecher“-Bomben vom Typ GBU-57 zum Einsatz. Insgesamt waren 125 Kampfflugzeuge und U-Boote mit Marschflugkörpern an der Operation beteiligt, die den Namen „Midnight Hammer“ trägt.
Laut US-Angaben wurden die Nuklearanlagen in Fordow, Natanz und Isfahan „vollständig zerstört“. Unabhängige Bewertungen liegen jedoch bislang nicht vor. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) teilte mit, dass sie derzeit keine Inspektionen in Iran durchführen könne, kündigte aber eine Sondersitzung an.
Die USA erklärten, Ziel des Angriffs sei nicht ein Regimewechsel, sondern die Zerstörung des iranischen Atomprogramms. Präsident Donald Trump zeigte sich dennoch offen für einen Führungswechsel in Teheran. Während Israel die Angriffe begrüßte, riefen europäische Länder wie Deutschland, Frankreich und Großbritannien zur Deeskalation auf.
In den USA selbst sorgt der Luftschlag für politische Spannungen. Kritiker – darunter sowohl Demokraten als auch Republikaner – stellen Trumps verfassungsrechtliche Befugnis für den Einsatz infrage und berufen sich auf das War Powers Act von 1973. Mehrere Kongressabgeordnete fordern eine stärkere parlamentarische Kontrolle bei militärischen Entscheidungen.
Die Sicherheitslage im Nahen Osten bleibt angespannt. Das US-Heimatschutzministerium warnte vor erhöhter Terrorgefahr und möglichen Vergeltungsangriffen durch den Iran oder proiranische Gruppen. Rund 40.000 US-Soldaten befinden sich in der Region in erhöhter Alarmbereitschaft. Auch der Ölmarkt reagierte nervös: Die Preise für Brent-Öl stiegen deutlich.
Der Iran kündigte an, „alle Optionen“ zur Verteidigung seiner Souveränität zu prüfen. Ein möglicher – wenn auch unwahrscheinlicher – Schritt wäre die Schließung der Straße von Hormus, durch die etwa 20 % des weltweiten Ölhandels laufen.
Die internationale Gemeinschaft zeigt sich alarmiert. UNO-Generalsekretär António Guterres warnte vor einer weiteren Eskalation und rief alle Beteiligten zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf.